Hergiswiler Geschichten 2026
Seit der letzten Berichterstattung über das, was sich im Lopperdorf ereignete, sind etliche Tage vergangen. Vieles hat sich seither getan und weiterhin ist vieles in Bewegung, damit Hergiswil ein lebendiges und attraktives Dorf bleibt. Ein grösserer Rückblick und eine kleine Vorschau sind lohnenswert.
Nehmen wir das Wichtigste voraus: Es gibt einen Wechsel im Gemeindehaus, wo Marcelo Duarte als Gemeindeschreiber auf Marta Stocker folgen wird. Per Medienmitteilung in der Tagespresse liess der Hergiswiler Gemeinderat verlauten, dass Marta Stocker per 31. Juli 2026 ihre vorzeitige Pensionierung antreten werde. Während 14 Jahren hat sich die Juristin und baldige Pensionärin mit grosser Sachkenntnis kompetent und sehr souverän für das Lopperdorf eingesetzt. Auch der Nidwaldner Blitz bedankt sich für das gute Einvernehmen mit Marta Stocker und wünscht ihr im neuen Lebensabschnitt anstelle von politischen Anliegen viele gefreute Momente.
Schulhaus Obermatt 2 kann gebaut werden
In der Juni-Ausgabe 2025 des Nidwaldner Blitz war auch von verschiedenen Bauvorhaben durch die öffentliche Hand die Rede. Schon damals verursachte die Sanierung der Schulgebäude und die steigenden Schülerzahlen Sorgenfalten. Der Gemeinderat hat sich intensiv mit dieser Problematik auseinandergesetzt und legte dem Stimmvolk in einer Urnenabstimmung einen Baukredit von 7,2 Millionen Franken vor. Am 30. November letzten Jahres gaben die Hergiswiler Stimmberechtigten mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 82 % grünes Licht zur Umsetzung der 2. Bauetappe. Die Bauarbeiten können somit im Frühjahr 2026 in Angriff genommen werden. Der Schulbetrieb in den zusätzlich geschaffenen Räumen ist für den Sommer im kommenden Jahr 2027 vorgesehen. Die Jugend von heute ist unsere Zukunft, eine Investition, die sich lohnen wird.
Neue Strassenbeleuchtung in Hergiswil
Stellen Sie sich einmal Hergiswil ohne Strassenbeleuchtung vor. Infolge des regelmässig hohen Verkehrsaufkommens in den Abendstunden und an Wochenenden wäre dies im Lopperdorf schlicht undenkbar, ja sogar gefährlich. Diesbezüglich hat Hergiswil bereits vor Jahren die Pionierrolle übernommen und das Gemeindegebiet flächendeckend auf modernste LED-Beleuchtung umgerüstet. Nach 17 Jahren drängt sich nun eine erneute Sanierung auf, weil für die bestehenden Strassenkadelaber keine Ersatzteile mehr erhältlich sind. Momentan sind etliche Strassen mit den neuen Beleuchtungskörpern versehen worden und werden da und dort ersetzt. Auch wenn die ganze Angelegenheit von 1,7 Millionen Franken keineswegs billig ist, so erhofft man sich davon zukünftig eine Stromersparnis von bis zu 70 Prozent.
SwissCityMarathon – Lucerne führte erstmals durch Hergiswil
Bei nasskalter Witterung fand am Sonntag, 26. Oktober 2025, der 18. SwissCityMarathon – Lucerne statt. Erstmals führte die neue Marathonstrecke als Ein-Runden-Kurs von Luzern über Horw, Hergiswil, Stansstad nach Alpnachstad und zurück. Nicht weniger als 103 Nationen waren am Start. Und mit 14'000 Anmeldungen verzeichnete dieses Laufereignis letztes Jahr einen neuen Anmelderekord. Im Marathon von 42 Kilometern Länge ist die maximale Teilnehmerzahl auf 4'000 erhöht worden. Damit standen doppelt so viele Marathonläuferinnen und Marathonläufer wie 2024 am Start, so viele wie noch nie. Wer nicht die ganze Strecke absolvieren wollte, konnte seine Spätform beim Halbmarathon über 21 Kilometer beweisen. Dort konnten maximal 7'500 Startplätze vergeben werden und für den City-Run über 10 Kilometer waren es 2'500. Hergiswil zeigte sich sehr sportfreundlich und organisierte einen Maratholino für Kinder zwischen vier und sechs Jahren. Aber nicht nur dies. Die Gemeinde bot Hand für unkomplizierte Bewilligungen, während das Feuerwehrkommando mit dem Veranstalter zusammen ein funktionierendes Verkehrskonzept für das Dorf Hergiswil entwickelte. Dank dieser Zusammenarbeit konnte die Seestrasse ab Kreisel Schlüssel bis Kreisel Acheregg in der Zeit von 08.45 bis 13.30 Uhr gesperrt werden. An der nötigen Unterhaltung fehlte es auch nicht. Etliche einheimische Vereine sorgten für Verpflegung oder musikalische Unterhaltung. Fazit dieser Marathon-Premiere: Welcome SwissCityMarathon 2026; Hergiswil ist bereit!
Der Skilift im Langmattli – ein Herzensanliegen
Skilifte wie der Langmattli-Lift in Hergiswil NW gabs in der Schweiz einst Dutzende. Einer nach dem anderen ist in den vergangenen Jahren verschwunden. Weniger Schneetage, steigende Kosten und ein geändertes Freizeitverhalten haben so manchem Lift den Garaus gemacht. Dieses Schicksal droht auch dem Langmattli hoch über dem Vierwaldstättersee. Seit über 60 Jahren prägt der Langmattli-Skilift den Hergiswiler Winter. 1964 ist er gebaut und 1988 von der damaligen Schulgemeinde übernommen worden und wird heute von einem privaten Betreiber geführt. Die Rechte zur Nutzung der Pisten sind bis 2038 gesichert. Dem Dorfskilift, an dem Generationen von Hergiswilern und Skistar Marco Odermatt (28) die ersten Schwünge auf den Skiern gemacht haben, steht vor dem Aus. Er ist in die Jahre gekommen, die Winter werden kürzer, erhebliche Investitionen in der Höhe von rund 1,4 Millionen Franken sind nötig. Die Talstation liegt auf 838 Metern über Meer, auf 946 Metern über Meer wird abgebügelt. Die Piste ist fast 400 Meter lang. Die Tageskarte kostet 12 Franken für Erwachsene und 7 Franken für Kinder. Im geheizten Stübli kann man sich bei Kafi Luz und Tee aufwärmen. An der Gemeindeversammlung im vergangenen November sprach sich die Hergiswiler Stimmbevölkerung für den Erhalt des Skilift Langmattli aus. Mit 274 zu 39 Stimmen beauftragte sie den Gemeinderat, die Planung für die Instandhaltung des Skilifts weiterzuverfolgen. Der Entscheid zugunsten einer zusätzlichen Prüfung von alternativen Schneesport-Angeboten fiel mit 241 zu 27 Stimmen ebenso deutlich aus. Der Gemeinderat nun einen doppelten Auftrag gefasst, nämlich: konkrete Weiterplanung bezüglich Zukunft des Langmattli und Analyse weiterer Möglichkeiten zur Förderung des Schneesports.
Musikalisches Hergiswil
Blenden wir zurück: Das Jubiläum «125 Jahre Musikverein Hergiswil» war für den initiativen Jubilar ein Jahr voller Festfreude und Feierlichkeiten. Denn er hatte seine Anlässe auf das ganze Jahr verteilt. Bereits am 2. Januar 2025 ist ihm grosse Ehre zuteilgeworden, als er den Anerkennungspreis der Gemeinde entgegennehmen durfte. Für den Geehrten ist es ein grosses Verdienst, aber auch ein Zeichen des Dankes und der Wertschätzung für sein Engagement und die Präsenz für die musikalische Umrahmung von etlichen Anlässen im Dorf. Erwähnung erlangte neben den traditionellen Jahreskonzerten vor allem die vorzüglich inszenierte Marschmusikparade im September letzten Jahres. Sie erlangte Seltenheitswert, denn lange ist's her, als die Seestrasse vom Hotel Pilatus bis zum Gemeindehaus gesperrt war. Der Vorbeimarsch von elf Vereinen aus der Region ist sowohl für den Organisator, die Beteiligten als auch die Besucher zum bleibenden Erlebnis geworden. Die 46 Musikantinnen und Musikanten haben das neue Vereinsjahr in Angriff genommen, das ganz im Zeichen der Teilnahme am Eidgenössischen Musikfest in Biel stand.
32. Nidwaldner Ländlerabig zu Gast im Lopperdorf
Der Nidwaldner Ländlerabig ist eine Wanderveranstaltung, die jedes Jahr in einer anderen Nidwaldner Gemeinde gastiert. Es sind Jahre her, seit der erwähnte Anlass Hergiswiler Gastrecht geniessen durfte. Dabei darf nicht vergessen werden, dass etliche bekannte Musikusse wie «Musig-Walti», «Sonnmatt-Migi», Kapelle Edi Keiser und weitere in Hergiswil wohnten. Wenn es in den letzten Jahren vielleicht etwas weniger volkstümlich zu und herging, so sorgten bestehende und neue Formationen (Musikverein, Pilatus-Musikanten) für musikalischen Aufschwung. Seit einigen Jahren ist auch das Ländlertrio «Fräki-Örgeler» ein Begriff, das auf verschiedenen Bühnen anzutreffen ist. Nach äusserst erfolgreichen Jahren lösten sich die «Lopper-Örgeler» leider auf. Der Anfrage vom zuständigen Ländlerabig-OK standen die vier Damen jedoch positiv gegenüber, entstaubten ihre Örgeli, liessen sie stimmen und feierten ein überaus geglücktes Revival, sehr zur Freude des Publikums. Einen ausgezeichneten Ruf geniesst die bestehende Kapelle Reto Blättler, eine Bläserformation, die es seit 22 Jahren gibt. Der Kapellmeister und Bläser hat kurzum einen personellen Wechsel vollzogen. So spielt Siro Odermatt virtuos den Akkordeonpart, Isabelle Schürmann ist ein sicherer Wert am Piano und Jérôme Kuhn streicht in gekonnter Manier die Saiten des Kontrabass. Das eingespielte Quartett, überzeugte durch sein grosses Repertoire, seine konzertante und saubere Intonation. Ihrem Ruf als vorzügliche Ländlermusikformation ist sie vollauf gerecht geworden.
121. Ob- & Nidwaldner Kantonales Schwingfest
Über das letzte April-Wochenende stand Hergiswil ganz im Zeichen vom Schwingsport. Und es war von Traumwetter begleitet. Während am Samstag, 25. April die Nachwuchstalente in die Hosen stiegen, waren es die grossen «Bösen», die sich am Sonntag, 26. April 2026, zum fairen Zweikampf die Hand reichten. Ganz erfreulich war, dass neben dem Gastklub Binningen /BL neun Eidgenossen den Weg nach Hergiswil gefunden hatten, sodass diese Ausmarchung eine sehr gute Besetzung auswies. Als OK-Präsident amtete Gemeindepräsident Daniel Rogenmoser, der mit seinem Mitarbeiterstab ein bodenständiges und perfekt organisiertes Fest auf die Beine stellte. Es herrschte Schwingfestatmosphäre nach Hergiswiler Art und hier darf sich das Lopperdorf wirklich zeigen. Die neuerliche Ausgabe auf dem Areal vom Schulhaus Matt erwies sich als optimales Festgelände. Herausragend waren natürlich der Siegermuni «Roman», weitere Lebendpreise und der reichdotierte Gabentempel im Wert von 150'000 Franken. Im Schlussgang standen sich Michael Gwerder, Brunnen, und Christian Zemp, Kerns, gegenüber, den der Schwyzer zu seinen Gunsten entschied. Hergiswil war einmal mehr ein herzlicher Gastgeber und würdiger Festort, der dem Schwingsport alle Ehre machte.
Hergistage 2026 «Eis Dorf – ei Bühni»
Im Sommer 2024 lancierte die Kulturkommission von Hergiswil erstmals diesen Event. Die damals eingegangenen Rückmeldungen stimmten zuversichtlich, was die Organisatoren ermutigte, diesen Anlass ein weiteres Mal durchzuführen. So wird die Hergistage vom 16. bis 23. August 2026 auf den Pausenplatz beim Schulhaus Grossmatt zurückkehren. Ein vielfältiges Programm, das zurzeit noch nicht definitiv vorliegt, wird die Besucherinnen und Besucher erwarten. So ist am Dienstagabend, 18. August, eine Ausstellung über einen bekannten Rockmusiker geplant, an der es Älplermagronen zum Geniessen gibt. Weitere Aktivitäten sind ein klassisches Konzert, ein Programm mit der Jugendanimation und vieles mehr. Die Hergistage wird am Sonntag, 23. August 2026 mit einem Brunch abgeschlossen.
Fuss- und Veloweg am Lopper wird mit Beleuchtung ausgestattet
Was lange währte, wird nun gut. Um die Sicherheit des Fuss- und Velowegs zwischen Stansstad und Hergiswil zu erhöhen, wird eine Beleuchtung angebracht. Das Vorhaben existiert seit Längerem, die Planung hat sich jedoch anspruchsvoller erwiesen als angenommen. Eine vertiefte Machbarkeitsstudie hat gezeigt, dass die ursprünglich angestrebte Lösung mit einer akkubasierten Photovoltaikanlage nicht genügen wird. Um Ausfälle der Beleuchtung in den Wintermonaten zu vermeiden, wurde deshalb eine alternative Variante mit Stromverkabelung weiterverfolgt. Dafür waren zusätzliche Abklärungen mit dem Bundesamt für Strassen (Astra) und der Gemeinde Hergiswil notwendig. Auch für das Anbringen der LED-Leuchten mussten spezifische Lösungen gesucht werden, da Bohrungen in der Betondecke der überliegenden Autobahngalerie unzulässig sind. So werden die Leuchten an Galerieträgern, Kandelabern oder an Stützen befestigt. Inzwischen stehen auch geeignete Einspeisepunkte für den Strombedarf zur Verfügung: Eine neu erstellte Verteilkabine beim Bootshafen Hergiswil sowie eine Anschlussmöglichkeit beim Acheregg werden die notwendige Stromversorgung für die Beleuchtung sicherstellen. Das heisst: Die Beleuchtung ist nicht dauerhaft eingeschaltet, sondern wird bei Bedarf über Bewegungssensoren mit einem ausreichenden Radius aktiviert. Dadurch können Energieverbrauch und Lichtverschmutzung in Richtung Strasse und See reduziert werden. Die Bauarbeiten sollen im Sommer beginnen, mit dem Ziel, die Anlage im Herbst dieses Jahres in Betrieb zu nehmen.