Mittwoch, 07.00 Uhr, willkommen im Ernstfall

Erstellt: 17. Juni 2026
  • Stellen Sie sich vor: Sie kommen ins Büro, starten den Computer und nichts geht mehr. Kein Mitarbeiter kann sich einloggen. Auf jedem Bildschirm dieselbe Meldung: «Ihre Daten wurden verschlüsselt. Zahlen Sie 80’000 Franken in Bitcoin, sonst verlieren Sie alles.»

    Was tun Sie als Nächstes? Wen rufen Sie an? Haben Sie die Nummer ohne Outlook zur Hand? Wissen Sie, wann Ihr letztes Backup erstellt wurde? Können die Mitarbeitenden ohne Systeme weiterarbeiten? Wenn ja, wie lange? Und was sagen Sie dem Kunden, der um 09.30 Uhr seine Lieferung erwartet?

    Die Produktion steht still. Aufträge, Rechnungen, Kontaktdaten, Lohnabrechnungen: alles weg oder unzugänglich. Auf dem Bildschirm läuft ein Countdown.

    Was hier wie ein Drehbuch klingt, ist in der Schweiz wöchentlich Realität.

    Es trifft nicht nur die Grossen
    «Bei uns gibt es doch nichts zu holen.» Diesen Satz hören wir bei Good-IT oft. 

    Die Zahlen sprechen eine andere Sprache: Laut dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) war bereits jedes dritte KMU in der Schweiz mindestens einmal von einem Cyberangriff betroffen. 

    Egal ob Privatpersonen, Behörden oder Unternehmen, angegriffen wird heute alles. Aber gerade KMU sind aus einem einfachen Grund interessant: Sie zahlen. Angreifer wissen dank des erlangten Zugriffs auf Geschäftsunterlagen oft genau, wie viel Umsatz eine Firma macht und welchen Betrag sie im Ernstfall aufbringen kann.

    Die unbequeme Wahrheit
    Warum trifft es gerade KMU so häufig? Weil die Grundlagen fehlen.  Starke Passwörter, Multifaktor-Authentifizierung, zeitnahe Software-Updates und regelmässige getestete Backups sind keine Spezialthemen, sondern Basis-Hygiene. Trotzdem sind sie in vielen Betrieben nur lückenhaft umgesetzt. Häufig verlassen sich Unternehmen vollständig auf ihren IT-Dienstleister, ohne genau zu wissen, was im Vertrag eigentlich abgedeckt ist. Genau dieser Mix aus Vertrauen und fehlender Übersicht macht KMU zum bevorzugten Ziel.

    Bevor der Mittwochmorgen kommt
    Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht. Aber die Differenz zwischen «kaum geschützt» und «gut vorbereitet» entscheidet darüber, ob ein Vorfall wenige Stunden oder mehrere Monate dauert.

    Konkret heisst das: Wissen, welche Daten kritisch sind. Wissen, wer im Ernstfall welche Entscheidung trifft. Wissen, ob die Backups wirklich funktionieren, und nicht erst dann prüfen, wenn man sie braucht. Und die Mitarbeitenden sensibilisieren, denn die meisten erfolgreichen Angriffe nutzen nicht technische Lücken, sondern den Weg über die Menschen im Unternehmen.

    Die Wahrheit ist unbequem, aber einfach: Jede Stunde Vorbereitung ist günstiger als jede Stunde Stillstand.

    Firmen Ennetbürgen

    Firma

    Erfasst durch Nidwaldner Blitz

    Autor

    Pressedienst


    © 2026 Verlagsgesellschaft Nidwaldner Blitz AG