Die Bergbahnen Beckenried-Emmetten AG macht sich fit für die Zukunft

Erstellt: 01. Juli 2026
  • Die geplanten strategischen Projekte auf der Klewenalp-Stockhütte stehen für Aufbruch und Zukunft – für Beckenried, Emmetten und die ganze Region. Mit neuen Übernachtungsmöglichkeiten und Restaurant, effizienter Beschneiung und einer modernen Verbindung zwischen Stockhütte und Klewenalp fördern wir einen lebendigen Erlebnisraum. Er wird Gäste begeistern, Arbeitsplätze sichern und die Wertschöpfung nachhaltig stärken.

    Der Wintertourismus bringt rund 65 Prozent unseres Geschäfts. Er ist das Rückgrat der BBE AG – und damit auch ein zentraler Pfeiler für Hotels, Restaurants, Skischulen und das Gewerbe sowohl in Beckenried wie auch in Emmetten. Genau dieser Pfeiler gerät durch den Klimawandel zunehmend ins Wanken. Wie ernst die Lage ist, zeigen zwei jüngere Winter sehr deutlich: 2022/23 musste das ganze Skigebiet wegen Schneemangels fünf Wochen geschlossen bleiben – der Winterumsatz brach von 4.1 auf 3.0 Millionen Franken ein. 2025/26 traf es die Stockhütte für drei Wochen mit rund einer halben Million Franken weniger Umsatz und 25’000 fehlenden Ersteintritten. Solche Ausfälle sind in einer Klewenalp ohne Beschneiung das wirtschaftliche Hauptrisiko.

    Technische Beschneiung: das Herzstück der Investitionen
    Eine technische Beschneiung ist kein Luxus, sondern eine Versicherung gegen das Wetter. Sie sorgt dafür, dass der Skibetrieb pünktlich startet und auch in milderen Phasen offen bleibt. Das schafft Planungssicherheit – für die Gäste, die Monate im Voraus buchen, und für alle Betriebe, die auf verlässliche Saisons angewiesen sind.

    Wichtig zu wissen: Es geht nicht darum, den ganzen Winter durchgehend Schnee zu produzieren. Ziel ist eine solide Schneegrundlage zu Saisonbeginn – die sogenannte Einschneiung. Drei Tage mit den richtigen Temperaturen reichen für die geplanten 200’000 Quadratmeter. Moderne Anlagen produzieren bereits ab minus zwei Grad Celsius, und die meteorologischen Daten der letzten 20 Jahre zeigen klar: Solche Bedingungen treten auf der Klewenalp (1600 bis 2000 m ü. M.) regelmässig und verlässlich auf. Technischer Schnee ist zudem dichter und robuster als Naturschnee – er hält länger, auch bei wärmeren Phasen.

    Beschneit werden die Hauptpisten Klewenboden, Ergglen, Junior und Klewen-stock samt neuer Trainingspiste sowie der Verbindungsweg ins Ängi-Tal. Das Wasser stammt aus dem Ausgleichsbecken «Napf», das vom Lielibach, Mühlebach und Ischenstollen gespeist wird. Das System verbraucht das Wasser nicht – im Frühling fliesst der Schnee als Schmelzwasser in den natürlichen Kreislauf zurück.

    Neuer Sessellift verbindet Stockhütte und Klewenalp
    Der bestehende Skilift Twäregg – die einzige Verbindung zwischen Stockhütte und Klewenalp – entspricht weder den heutigen Komfortansprüchen noch der nötigen Förderleistung und liegt grösstenteils im Moorgebiet. Ein neuer Vierer-Sessellift mit 1’400 Personen pro Stunde verbindet die beiden Teilgebiete zuverlässig, entlastet die Pendelbahn Beckenried und schafft die Grundlage für eine Ganzjahresnutzung mit Wander/-innen und Biker/-innen.

    Mehr Übernachtungen an der Bergstation
    Wer länger bleibt, erlebt mehr. An der Bergstation entsteht ein Wikkelhouse Village mit 13 Einheiten und rund 50 Betten, ergänzt durch zwölf Ferienwohnungen mit rund 40 Betten, ein Sportgeschäft, ein Bistro und ein modular nutzbares Restaurant mit 80 bis 100 Plätzen. Inbetriebnahme: Januar 2028. Finanziert wird dieses Teilprojekt vollständig durch den Investor Christoph Schoop.

    Solide Finanzierung über mehrere Säulen
    Die von der BBE AG getragenen Projekte – Beschneiung (13.3 Mio.), Erweiterung Pistenfahrzeughalle (1.8 Mio.) und Sessellift (10.5 Mio.) – kosten zusammen 25.6 Millionen Franken. Finanziert werden sie über eine Aktienkapitalerhöhung, eigene Mittel, Beiträge von Gönnerinnen und Gönnern sowie Fremdkapital von Gemeinden, Korporationen, Banken, Privaten und vom Kanton im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) des Bundes. Das Fremdkapital wird gemäss Plan von 18 Millionen Franken (2028) auf 3 Millionen (2043) abgebaut – realistisch, durchgerechnet, über 15 Jahre.

    Ein Zukunftspaket für die ganze Region
    Die Bergbahnen sind weit mehr als ein Skibetrieb. Sie sind Teil der Identität von Beckenried und Emmetten, schaffen Arbeitsplätze, vergeben Aufträge an einheimische Firmen und sind ein wesentlicher Grund, warum die Region als Wohn-, Arbeits- und Ferienort attraktiv ist. Beschneiung, Sessellift und Bergstation greifen ineinander – sie stärken die Klewenalp-Stockhütte als moderne, familienfreundliche und wirtschaftlich tragfähige Destination. Ein Verzicht auf diese Investitionen würde mittelfristig zu einem schleichenden Verlust an Attraktivität, Gästen und Ertrag führen.

    Kritische Fragen – klare Antworten 
    Die beiden Verwaltungsratsmitglieder Walti Odermatt (Bauingenieur und Projektleiter Technische Beschneiung) und Alfred Bossard (Finanzspezialist) beantworten kritische Fragen verständlich:

    Investieren Sie wissentlich in eine sterbende Industrie? In 20 Jahren liegt hier doch gar kein Schnee mehr.
    Walti Odermatt: Diese Aussage ist wissenschaftlich nicht korrekt. Das Skigebiet der Klewenalp liegt auf 1600–2000 Meter über Meer. Klimastudien (MeteoSchweiz, OECD) zeigen, dass Skigebiete auf dieser Höhe bis mindestens 2050 wirtschaftlich betrieben werden können – vorausgesetzt, sie verfügen über technische Beschneiung. Genau das planen wir. Ohne Beschneiung werden wir in schneearmen Wintern grosse Ausfälle haben. Mit Beschneiung sind wir für die nächsten 25–30 Jahre wetterfest aufgestellt.

    Die BBE AG musste in der jüngeren Vergangenheit wiederholt wegen Schneemangels Teile des Gebiets schliessen. Zeigt das nicht, dass das Gebiet grundsätzlich zu tief liegt?
    Walti Odermatt: Schneemangel ist ein reales und quantifizierbares Risiko, die technische Beschneiung ist die Antwort auf dieses Risiko. Im Winter 2022/23 war das ganze Gebiet fünf Wochen und 2025/26 die Stockhütte für drei Wochen geschlossen. In diesen Zeiten brechen die Erträge massiv ein. Das ist der Grund, warum wir investieren. Die meteorologische Grundlage ist vorhanden: Die nötigen Kältebedingungen zu Saisonbeginn für eine 3-tägige Einschneiung (so lange brauchen wir) der geplanten 200’000 Quadratmeter waren in den letzten 20 Jahren immer gegeben, auch heute noch. Das Schneedepot hält auch bei wärmeren Phasen, denn der technische Schnee ist robuster. Zudem: Wir beschneien die Hauptpisten auf der Klewenalp auf 1600 Meter und höher – nicht das Tal.

    Wie gross ist der konkrete Schaden in einem schneearmen Winter?
    Alfred Bossard: 2022/23, als das ganze Gebiet fünf Wochen wegen Schneemangel geschlossen war, fiel der Winterumsatz von CHF 4.1 Mio. (Vorjahr) auf CHF 3.0 Mio. – ein Einbruch von über CHF 1 Million. 2025/26 musste die Stockhütte drei Wochen wegen Schneemangel schliessen, mit dem Resultat, dass wir rund eine halbe Million Franken weniger Umsatz und 25000 Ersteintritte weniger generiert haben.

    Skifahren ist ein Auslaufmodell. Warum investieren Sie nicht lieber in Sommerangebote?
    Walti Odermatt: Wir investieren auch in Sommerangebote! Das neue und attraktive Übernachtungsangebot mit dem neuen Restaurant des Investors Christoph Schoop ist ein Ganzjahresprojekt. Das Wandern, Mountainbiking und die Familienerlebnisse auf der Klewenalp werden gezielt ausgebaut. Aber: 65 Prozent des Jahresumsatzes der BBE AG werden in der Wintersaison erzielt. Diesen Anteil können wir nicht von heute auf morgen ersetzen. Der Winterbetrieb ist die Finanzierungsgrundlage für alle anderen Projekte. Ohne Schneesicherheit im Winter fehlt das Geld für die Sommerinfrastruktur.

    Warum sollen Steuergelder und Korporationsgeld in ein privates Unternehmen investiert werden?
    Alfred Bossard: Die BBE AG ist kein klassisch privates Unternehmen. Die Gemeinden Emmetten und Beckenried sowie die Genossenkorporationen Emmetten und Beckenried sind seit Jahrzehnten Aktionäre. Sie sind bereits investiert. Eine Nichtunterstützung des Beschneiungsprojekts bedeutet nicht, das Geld zu sparen – es bedeutet, den Wert der bereits bestehenden öffentlichen Investitionen zu gefährden. Hinzu kommt: Ohne funktionsfähige Bergbahnen verliert die Region Steuereinnahmen, Arbeitsplätze und die Attraktivität als Tourismusdestination.

    CHF 13.3 Millionen für die Beschneiung – das ist doch überdimensioniert für ein kleines Skigebiet!
    Walti Odermatt: CHF 13.3 Millionen für die erste Ausbauphase (ohne Gebiet Chälen) ist der Preis für eine professionelle, zukunftsfähige Infrastruktur auf 200’000 Quadratmetern Beschneiungsfläche. Das ist vergleichbar mit dem, was mittelgrosse Skigebiete in der Zentralschweiz investieren. Zum Vergleich: Das Wikkelhouse Village, die Ferienwohnungen und das Restaurant kostet rund CHF 10 Millionen – und diese Finanzierung ist bereits vollständig gesichert. Das zeigt, dass erfahrene Investoren den Wert unserer Klewenalp-Stockhütte anerkennen.

    Was genau wird gebaut?
    Walti Odermatt: In der ersten Phase bauen wir eine Pump- und Trafostation beim Ausgleichsbecken «Napf», eine Wasser-Transportleitung auf die Klewenalp, eine Pumpstation und entsprechende Kühltechnologie für die Schneeproduktion, eine Erweiterung der bestehenden Pistenfahrzeughalle sowie die Verteilleitungen für die Schneeerzeuger. Beschneien werden wir den Klewenboden, Ergglen, Junior, Klewenstock inkl. neue Trainingspiste sowie den Verbindungsweg zum Chälen und bis ins Ängi-Tal – zusammen ergibt dies rund 200’000 Quadratmeter. 

    Der Betrieb der Beschneiungsanlage verbraucht enorme Wassermengen – wo kommt das Wasser her?
    Walti Odermatt: Das Wasser wird aus dem natürlichen und sehr ergiebigen Bezugsort beim «Napf» bezogen. Die Pump- und Trafostation befindet sich beim Ausgleichsbecken «Napf», welches vom Lielibach, vom Mühlebach und vom Ischen-stollen gespeist wird – das ist eine geprüfte und technisch sinnvolle Lösung, in Zusammenarbeit mit dem Gemeindewerk Beckenried. Das Wasser fliesst im Frühling als Schmelzwasser wieder in den natürlichen Kreislauf zurück. Das System ist kein offener Kreislauf, der Wasser verbraucht, sondern ein saisonaler Puffer. Die Wassernutzungskonzession wird im Rahmen des Bewilligungsverfahrens beantragt.

    Eine Transportleitung vom Napf auf die Klewenalp ist ein massiver Eingriff in die Natur!
    Walti Odermatt: Das Ziel ist, die Wasser-Transportleitung mit weiteren Werkleitungen zu kombinieren und gemeinsam zu realisieren. Die Eingriffe aufgrund der Grabarbeiten sind temporär. Im Bereich der Steilstrecke sind vorwiegend temporäre Rodungen erforderlich. Nach Abschluss der Bauarbeiten werden betroffene Flächen renaturiert. Das Projekt wurde dem Raumplanungsamt, der Fachstelle für Natur- und Landschaftsschutz des Kantons Nidwalden und den Umweltschutzverbänden präsentiert. Das grundsätzliche Verständnis und die wirtschaftliche Notwendigkeit wurden erkannt. Ein Landschaftsarchitekt wird beigezogen, um alle Bauten optimal in das Landschaftsbild zu integrieren.

    Beschneiungsanlagen verbrauchen massiv Strom – wie verantworten Sie das ökologisch?
    Walti Odermatt: Moderne Beschneiungsanlagen sind hocheffizient und werden gezielt und zeitlich begrenzt betrieben – nur wenn die Temperaturen stimmen und Schnee gebraucht wird, laufen die technischen Anlagen. Die geplante Bergstation mit Wikkelhouse Village integriert ausdrücklich eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Bergstation. Die BBE AG arbeitet aktiv an der Reduktion des eigenen ökologischen Fussabdrucks. 

    Wann beginnt der Bau – und was passiert, wenn die Baubewilligung nicht kommt?
    Walti Odermatt: Das Baugesuch soll im Frühsommer 2026 eingereicht werden. Die Finanzierungssicherung läuft bereits. Mit der Baubewilligung rechnen wir bis Ende 2026. Baubeginn der ersten Bauarbeiten wäre ab Frühling 2027 angedacht. Das Leitungsnetz könnte ab Frühling 2028 gebaut werden. Wir rechnen mit zwei bis drei Jahren Bauzeit. Das Bewilligungsverfahren läuft parallel zur Finanzierungssicherung. Sollte sich die Bewilligung verzögern, verschiebt sich der Baubeginn entsprechend. Das Projekt ist so strukturiert, dass keine Investitionen getätigt werden, bevor die Baubewilligung und die Finanzierung gesichert sind.

    Warum braucht es auch noch einen neuen Sessellift für CHF 10.5 Millionen?
    Walti Odermatt: Der bestehende Skilift Twäregg – die einzige Verbindung zwischen Stockhütte und Klewenalp – entspricht nicht mehr den heutigen Komfort- und Förderleistungsansprüchen. Ohne diese Verbindung ist das Skigebiet in zwei getrennte Bereiche geteilt, was die Attraktivität massiv reduziert. Ein 4er-Sessellift mit 1400 Personen pro Stunde verbindet die beiden Teilgebiete zuverlässig, entlastet die Pendelbahn Beckenried, stärkt das Wintergebiet Stockhütte und schafft die Grundlage für eine Ganzjahresnutzung (Biker, Wanderer).

    Wenn der Sessellift kommt, wird die Pendelbahn Beckenried überflüssig?
    Walti Odermatt: Nein, im Gegenteil. Die Pendelbahn Beckenried bleibt das zentrale Zubringersystem ab dem Tal. Der neue Sessellift entlastet die Pendelbahn vielmehr, weil er die Skifahrer und Wandernden zwischen Stockhütte und Klewenalp direkt befördert – ohne Umweg über die Talstation. Das verkürzt Wartezeiten, verteilt die Frequenzen besser und erhöht den Komfort für alle Gäste. Pendelbahn und Sessellift ergänzen sich, sie konkurrieren nicht.

    Millionen für einen einzigen Sessellift – ist das nicht übertrieben?
    Alfed Bossard: Die Investitionssumme entspricht den heutigen Marktpreisen für einen modernen 4er-Sessellift mit der erforderlichen Förderleistung. Vergleichbare Anlagen in der Zentralschweiz bewegen sich in derselben Grössenordnung. Enthalten sind Bergstation, Talstation, Antrieb, Sicherheits- und Steuerungstechnik sowie die nötigen Anpassungen am Trasse. Die Anlage hat eine Lebensdauer von über 30 Jahren – die Konzession läuft bis 2058. Auf diesen Zeithorizont gerechnet, ist die Investition wirtschaftlich gut tragbar.

    Der bestehende Skilift liegt im Moorgebiet – ist der neue Sessellift dort überhaupt bewilligungsfähig?
    Walti Odermatt: Genau, weil das bestehende Trasse problematisch ist, wurde für den neuen Sessellift eine optimierte Linienführung (Stockhütte-Twäregg-Ängi) gewählt, die das Moorgebiet so weit wie möglich umgeht oder nur überspannt. Die Stützenstandorte werden in Abstimmung mit der Fachstelle für Natur- und Landschaftsschutz des Kantons Nidwalden festgelegt. Eine Sesselbahn ist gegenüber einem Skilift ökologisch vorteilhafter, da sie weniger Bodenkontakt hat. Das Projekt wurde den zuständigen Stellen präsentiert und das grundsätzliche Verständnis für die Notwendigkeit wurde anerkannt.

    Wann wird der Sessellift gebaut und ist das Skigebiet während der Bauzeit eingeschränkt?
    Walti Odermatt: Die Realisierung erfolgt parallel zur technischen Beschneiung. Mit der Baubewilligung rechnen wir bis Mitte 2027, der Baubeginn wäre Mitte 2028 vorgesehen. Die Bauarbeiten werden so geplant, dass die Wintersaison so wenig wie möglich beeinträchtigt wird – der Hauptteil der Arbeiten findet in den Sommer- und Herbstmonaten statt. Während der Bauphase bleibt die bestehende Verbindung in Betrieb, bis der neue Sessellift in Betrieb genommen werden kann. 

    Warum bauen Sie nicht einfach nur die Beschneiung und verzichten auf den Sessellift?
    Walti Odermatt: Beschneiung und Sessellift bedingen sich gegenseitig. Schneesicherheit allein reicht nicht aus, wenn das Skigebiet aus Gästeperspektive in zwei getrennte Teilgebiete zerfällt – das ist heute der Fall. Umgekehrt nützt ein neuer Sessellift wenig, wenn am Saisonstart kein Schnee liegt. Wer das Wintergeschäft nachhaltig sichern will, muss beide Probleme lösen. Der Sessellift ist zudem ein wichtiger Baustein für die Sommernutzung und damit für die Auslastung über das ganze Jahr.

    Das Fremdkapital steigt auf CHF 18 Millionen – das kann die BBE AG doch nie zurückzahlen!
    Alfred Bossard: Die BBE AG hat in den letzten sechs Jahren bewiesen, dass sie Schulden systematisch abbaut: Die Verbindlichkeiten gegenüber der öffentlichen Hand wurden von CHF 6.7 Millionen auf CHF 1.5 Millionen abgebaut – ein Abbau von über 77 Prozent in sechs Jahren. Das neue Fremdkapital für die Investitionen wird gemäss unserer Finanzplanung von CHF 18 Millionen im Jahr 2028 auf CHF 3 Millionen im Jahr 2043 abgebaut – ein klar durchfinanzierter und realistischer Plan über 15 Jahre.

    Warum soll die öffentliche Hand via NRP-Gelder Millionen zinslos beisteuern?
    Alfred Bossard: NRP steht für Neue Regionalpolitik des Bundes – ein Bundesinstrument, das gezielt für Infrastrukturprojekte in Bergregionen geschaffen wurde. Die Klewenalp-Stockhütte ist als einziges Skigebiet, welches sich vollständig im Kanton Nidwalden befindet, genau jenes Projekt, für das diese Gelder bestimmt sind. Arbeitsplätze, Wertschöpfung, Tourismus – all das ist das erklärte Ziel der NRP. Der Kanton wird über die Volkswirtschaftsdirektion aktiv einbezogen.

    Eine Aktienkapitalerhöhung verwässert die bestehenden Aktionäre. Ist das fair?
    Alfred Bossard: Die Aktienkapitalerhöhung ist im genehmigten Kapitalband der Gesellschaft vorgesehen: 11’625 neue Aktien à CHF 250 ergeben CHF 2’906’250, dazu kommen bestehende eigene Aktien der Gesellschaft. Alle bestehenden Aktionäre haben das Bezugsrecht und können bei der Kapitalerhöhung proportional mitziehen. Der interne Wert pro Aktie beträgt rd. CHF 260. Somit findet für die bestehenden Aktionäre praktisch keine Verwässerung statt. Neue Aktionäre erhalten Aktien zum Nominalwert und damit eine Beteiligung an einer wachsenden Infrastruktur. 

    An wen will die BBE AG alles herantreten? 
    Alfred Bossard: Wir haben eine strukturierte Kontaktliste. Im Wesentlichen sind das die bestehenden Aktionäre, Kanton, Nachbargemeinden, Unternehmen, Private und Verbände. Der Lead für jeden Kontakt ist klar geregelt. Es gibt keine unkoordinierte Ansprache. 

    Die BBE AG ist schon einmal in Konkurs gegangen – 1990. Warum sollten wir dieses Mal vertrauen?
    Alfred Bossard: Der Konkurs von 1990 liegt 36 Jahre zurück und hatte eine andere Ausgangslage. Seitdem hat sich die Unternehmung sukzessive und positiv weiterentwickelt. Die Eigenkapitalquote ist von unter 50% auf über 70% gestiegen. Die Schulden gegenüber der öffentlichen Hand wurden von CHF 6.7 Millionen auf CHF 1.5 Millionen abgebaut. Der EBITDA der letzten Jahre ist bei guten Schnee- und Wetterverhältnissen solide und das Management ist professionell, stabil und erfahren. Mit der technischen Beschneiung werden die Ergebnisse in Zukunft weniger grossen Schwankungen unterworfen sein.

    Was ist das Worst-Case-Szenario, wenn das Projekt scheitert?
    Alfred Bossard: Ohne Beschneiung ist die BBE AG in schneearmen Wintern wirtschaftlich gefährdet. Wie z. B. die Winter 2019/20 und 2020/21 zeigen, können Schneemangel Millionenausfälle bedeuten. Mittelfristig gefährdet das die Liquidität und letztlich die Existenz der wichtigsten Familienausflugs-Destination des Kantons Nidwalden. Das bedeutet Verlust von Arbeitsplätzen und das Sterben einer regionalen Infrastruktur, die seit 1932 besteht.

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