Hochwasserschutz am Buoholzbach zeigt sichtbare Fortschritte

Erstellt: 03. September 2025
  • Regierungsrat Joe Christen, Vorsteher der Landwirtschafts- und Umweltdirektion, sprach von einem «Freudentag» – und das mit gutem Grund: «Wir liegen sowohl zeitlich als auch finanziell im Plan», betonte er. Das Projekt zählt zu den grössten Hochwasserschutzbauten der Schweiz und stellt einen Meilenstein für die Region dar. Trotz der derzeit kargen, «steinreichen» Landschaft im Gebiet Hofwald/Bürerhof wurde in den vergangenen neun Monaten Beeindruckendes geleistet. Die Einweihung der neuen Buoholzbachbrücke, die Inbetriebnahme des Bürerstegs und der Fortschritt bei den Dämmen und dem Aushub markieren wichtige Etappen.

    Interessanter Rundgang mit Topinformationen 
    An vier Themenposten wurden die baulichen Massnahmen anschaulich erklärt. Projektleiter Peter Scheiwiller hob besonders den Geschieberückhalteraum als Herzstück des Projekts hervor. Dieser ist für ein 300-jährliches Hochwasserereignis ausgelegt und besteht aus dem Leitdamm Süd und einem Abschlussbauwerk im Westen. Nördlich schliesst das Bauwerk an die bestehende Geländekante des Schwemmkegels des Buoholzbachs an. Auch der Ökologie muss Rechnung getragen werden, denn aufgrund der benötigten Flächen und Geländeumwälzungen verlieren Amphibien, Reptilien und kleine Säugetiere ihre gewohnten Lebensräume. Für sie werden beispielsweise mit Asthaufen auf den Schutzbauten neue Lebensräume geschaffen. Ein zentrales Anliegen ist der Erhalt geschützter Fledermausarten. Mittels Aufzeichnung von Ultraschallrufen konnten das Grosse Mausohr, die kleine Hufeisennase, die Zwergfledermaus und weitere Arten nachgewiesen werden. An geeigneten Standorten in der Umgebung sind 40 Fledermauskästen montiert worden. Zudem soll neuer Lebensraum für Fische geschaffen werden. Der neue Gewässerlauf und die flach gestaltete Mündung in die Engelbergeraa ermöglicht es Bachforellen und Groppen künftig, bis in den Geschieberückhalt aufzuwandern. Der Bach soll so den Fischen als potenzielles Laichgebiet, Jungfischlebensraum und Rückzugsort zur Verfügung stehen.

    Wie eingangs erwähnt, fallen beim Aushub für den Geschieberückhalteraum circa 220‘000 m2  Material an. Diese Substanz wird in den beiden grossen Dämmen verwertet. Die restlichen rund 30‘000 m2 werden für die Anschüttungen des Abschlussbauwerkes und anderer Stahlbetonteile benötigt. Durch die direkte Wiederverwertung vor Ort können hunderte von Lastwagenfahrten vermieden werden, die zu einer Mehrbelastung der Strassen und der Umwelt führen würden. 

    Wer den Tag der offenen Baustelle verpasst hat, kann sich dennoch jederzeit ein eigenes Bild vom Projektfortschritt machen. Die Grossbaustelle am Buoholzbach kann vom rund 12 Meter hohen Aussichtsturm überblickt werden. Dieser steht auf dem Lager- und Installationsplatz oberhalb der Gewerbebauten der Firma Lisibach – zusammen mit Informationstafeln. Die Plattform ist frei zugänglich. Aus Sicherheitsgründen ist es untersagt, den Turm bei Gewitter zu betreten.

    Gemeinde Büren NW

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    Erfasst durch Nidwaldner Blitz

    Autor

    Otmar Näpflin


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