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Erfasst durch Nidwaldner Blitz
Autor
Guido Teleschock
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Freitag
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Weiter zur RegistrierungIch habe mir den Rücken reparieren lassen. Dafür muss man bekanntlich ins Spital. Und weil das ambulant nicht geht, da ja so eine Rückenoperation ein ziemlich komplizierter Eingriff ist, musste ich nach der Prozedur einige Tage dortbleiben. Mein Tagesablauf war überschaubar. Frühstücken, einige Schritte gehen, Mittagessen, einige Schritte gehen, zu Abend essen und nochmals einige Schritte gehen. Die Zeit dazwischen habe ich mit dem kleinen Fernseher, der einem im Spital vor der Nase hängt, gefüllt. Dieses Ding kannte etwa 20 Sender in meiner Muttersprache. Spulen war nicht, ich konnte mir also mein Programm nicht selber zusammenstellen, sondern musste schauen, was gerade kam, inklusive Werbung.
Zum Glück hatte ich nur wenig körperliche Schmerzen, die mich nach der Operation plagten. Ich weiss nicht, wie ich das sonst durchgestanden hätte. Je nach Tageszeit hatte ich die Auswahl zwischen Teleshopping und Reality TV. Ich bin mir bis jetzt nicht sicher, welches der beiden Programme schwerer zu ertragen war.
Schund, der von zwei klinisch lächelnden Menschen als das Beste vom Besten vom Besten angepriesen und mit dem Rabatt-Trick als total, absolut, unglaublich, fantastisch günstig dargestellt wird und falls man nicht sofort zuschlage, irgendwie blöd sein müsse.
Und dann diese Reality TV Sendungen . . . Manchmal dachte ich, ich sei eingenickt. Ich musste dann aber feststellen, dass selbst mein Hirn keine so haarsträubende Geschichten basteln könnte, wie sie da als vermeintlich wahr dargestellt wurden.
Also war ich noch wach. Die Werbeunterbrüche waren eine Wohltat und schienen mir glaubwürdiger als die «Geschichten aus dem Leben», die man wohl nur unter Drogeneinfluss erfinden kann.
Wieder zu Hause, ist mir dann plötzlich in den Sinn gekommen, dass ich ja mein TV-Abo auch auf dem Natel hätte abrufen können. Das hätte mir die Grenzerfahrung erspart.
Offensichtlich hatten die Drogen, die man mir gegen die Schmerzen gegeben hat, ebenfalls eine bestimmte Wirkung auf mein Hirn, wenn auch eine nicht so schlimme wie das Fernsehprogramm.
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