Gemeinde
Erfasst durch Nidwaldner Blitz
Autor
Guido Vangogh
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Freitag
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Weiter zur RegistrierungIch kann mich gut daran erinnern, wie wir als Kinder mit Kreide den Boden in unserem Quartier verschönert haben. Damals gab es noch keine Strassenkreide. Das Gezeichnete wurde also nicht schon wieder beim nächsten Regen davongespült, sondern hielt manchmal mehrere Wochen sein kunstvolles Erscheinungsbild. Das hat nicht allen Bewohnern gleich gut gefallen. Einmal hat uns eine Frau von ihrem Balkon aus sogar als Vandalen und «Saugofen» beschimpft, was uns einen gehörigen Schreck eingejagt hat. Wir mussten dann sogar mit Wasser und Bürste die Malereien in ihrem Blickfeld wieder entfernen.
Neulich kam mir dieses Erlebnis wieder in den Sinn. Die Gemeinde Stans hat auch ein Stück Boden angemalt und wird deshalb ebenfalls nicht nur gelobt. Allerdings kann man die verwendete Farbe nicht einfach wieder abwaschen. Die aufgetragene Beschichtung ist äusserst robust und hält locker zehn Jahre. Die Gemeinde hat das allerdings nicht aus der puren Lust heraus gemacht. Sie wollte die Verkehrssicherheit erhöhen. Nur hat sie nicht irgendeinen Boden bemalt. Sie hat einen denkmalgeschützten Betonboden mit einem beige-gelben Signalbelag überzogen.
Jetzt sieht der Betonboden nicht mehr aus, wie ein Betonboden aussehen sollte. Das Ortsbild wird, so findet auch der Nidwaldner Denkmalschützer, dadurch in arge Mitleidenschaft gezogen. Kurz: Es sieht da jetzt übel aus.
Die Gemeinde hat vorderhand aber keine Lust, die Farbe wieder zu entfernen. Das ist zu teuer und in vier Jahren, oder so, wird die Strasse sowieso saniert und dann sei es um die Bemalung ohnehin geschehen.
Man kann die verantwortlichen Gemeinderäte jetzt natürlich als Vandalen bezeichnen oder so wie wir damals als «siehe weiter oben im Text».
Aber wahrscheinlich haben sie, genau wie wir, als wir noch Kinder waren und dachten, alle Menschen würden sich ob unserer Kreativität wundern, ganz einfach der Gesellschaft einen Dienst erweisen wollen.
Das ist jetzt halt nach hinten losgegangen. Es werden auch in Zukunft Fehler passieren. Es stellt sich halt einfach die Frage: Wie gehen wir mit Fehlern um. Jagen wir den Bauern vom Hof oder bleiben wir gelassen und versuchen herauszufinden, was wir aus dem machen, was uns die «Vandalen» geschenkt haben.
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