«Holzkopf 2026» geht an Franz de Baere und Urs Jann

Erstellt: 20. Mai 2026
  • Vor grossem Publikum und in stimmungsvoller Atmosphäre wurde im Rahmen der Publikumsmesse «Iheimisch» in Ennetbürgen der «Holzkopf 2026» verliehen. Die Regionalgruppe Unterwalden der Lignum Holzwirtschaft Zentralschweiz ehrte dabei Franz de Baere und Urs Jann von der Mondholzwerkstatt in Wolfenschiessen. Die beiden Nidwaldner wurden für ihre aussergewöhnliche Haltung zum Werkstoff Holz, ihre handwerkliche Präzision und ihr konsequentes Arbeiten vom Wald bis zum fertigen Möbelstück ausgezeichnet.

    Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und der Holzwelt wohnten der Verleihung bei. Begrüsst wurden die Anwesenden von Philipp Bissig, Regionalgruppenleiter Unterwalden. Die Laudatio hielt Andreas Mathis, Mitglied der Regionalgruppe Unterwalden und Revierförster.

    «Es ist nicht nur ein ‹Holzkopf›, es sind wieder einmal zwei ‹Holzköpfe›», sagte Mathis zu Beginn seiner Rede. Franz de Baere und Urs Jann würden in ihrer Arbeit untrennbar zusammengehören. «Der eine hat Harz an den Armen, der andere Hobelspäne unter den Achseln.» Gemeinsam verbinde das Duo forstwirtschaftliches Wissen mit traditionellem Schreinerhandwerk – vom Fällen der Bäume bis zum fertigen Möbelstück.

    Franz de Baere absolvierte zunächst eine Mechanikerlehre und später die Ausbildung zum Forstwart. Urs Jann lernte Möbelschreiner und arbeitet seit 1997 selbständig. Seit 2011 führen die beiden gemeinsam die Mondholzwerkstatt in Wolfenschiessen. Dort verarbeiten sie vorwiegend Holz aus Nidwaldner Wäldern, das sie grösstenteils selbst zum richtigen Zeitpunkt fällen.

    Arbeiten im Einklang mit der Natur
    Im Zentrum ihrer Arbeit steht das sogenannte Mondholz. Gefällt werden die Bäume während bestimmter Mondphasen, denen seit Jahrhunderten besondere Eigenschaften zugeschrieben werden. Das Holz soll dadurch stabiler, widerstandsfähiger und langlebiger werden. Entscheidend seien jedoch ebenso die sorgfältige Lagerung und die präzise Verarbeitung.

    Die besondere Haltung der beiden gegenüber dem Werkstoff Holz zog sich wie ein roter Faden durch die Laudatio. «Holz beginnt für uns beim Baumbewusstsein – seine Energie fliesst in jedes Möbelstück», zitierte Mathis die beiden Preisträger. Diese Achtung vor Baum und Natur sei in der Werkstatt spürbar.

    Grosse Freude über Anerkennung
    Im anschliessenden Interview zeigten sich Franz de Baere und Urs Jann sichtlich berührt von der Auszeichnung. Mit dem Titel «Holzkopf 2026» hätten sie nicht gerechnet; umso grösser sei die Freude gewesen. Die Ehrung sei für sie eine grosse Motivation und gleichzeitig eine Bestätigung für ihren Weg. Besonders schön sei es zu spüren, dass ihre Arbeit und die Idee des Mondholzes heute zunehmend Akzeptanz finden würden. Gerade am Anfang habe es Zeit gebraucht, bis ihre Überzeugungen und Arbeitsweisen auch ausserhalb der eigenen Werkstatt verstanden worden seien.

    Jedes Möbelstück erzählt eine Geschichte
    Die Mondholzwerkstatt fertigt heute eine breite Palette an individuellen Möbelstücken und Innenausbauten. Bekannt sind Franz de Baere und Urs Jann unter anderem für metallfreie Betten, traditionelle Holzverbindungen ohne Schrauben und Nägel sowie kreative Spezialanfertigungen. Dabei treffen traditionelles Handwerk und Innovationsgeist immer wieder aufeinander.

    Besonders stolz seien sie nicht auf ein einzelnes Projekt, erklärten die beiden «Holzköpfe» im Interview. Vielmehr sei es jedes Möbelstück aufs Neue, das Freude bereite, insbesondere dann, wenn man Jahre später sehe, dass die Kundinnen und Kunden noch immer begeistert seien. Neue Ideen entstünden oft gemeinsam mit der Kundschaft. Herausforderungen und individuelle Wünsche würden sie antreiben, immer wieder Neues auszuprobieren. «Es ist schön, die Natur in die Wohnung hineinzubringen», so die beiden.

    Holz hat Zukunft
    Auch das Thema Nachhaltigkeit sei für sie selbstverständlich. Holz wachse direkt in der Region und müsse nicht um die halbe Welt transportiert werden. Gleichzeitig zeigten sich Franz de Baere und Urs Jann überzeugt von der Zukunft des Holzhandwerks. Holz werde nie verschwinden. «Es gibt kein besseres Material. Holz und Mensch – das funktioniert.»

    Mit dem «Holzkopf» würdigt die Lignum Holzwirtschaft Zentralschweiz Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise für Holz und das Holzhandwerk einsetzen. Der diesjährige «Holzkopf» wurde wie gewohnt vom Bildhauer Reto Odermatt geschnitzt.

    «Franz und Urs überzeugen durch ihre Schlichtheit, ihre Beharrlichkeit und ihre Wertschätzung gegenüber der Natur», sagte Andreas Mathis abschliessend. «Ihr lebt das Holzhandwerk mit aussergewöhnlicher Leidenschaft und viel Respekt.»

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    Erfasst durch Nidwaldner Blitz

    Autor

    Pressedienst

    Fotograf

    Alex Bennet


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