Blitzgedanken – KW22 2026

Erstellt: 27. Mai 2026
  • Was würden wir nur machen, wenn die grossen Einkaufszentren kein Erbarmen hätten mit uns und über Feiertage einfach ihre Tore für zwei Tage schliessen würden? 48 Stunden ohne die Möglichkeit, sich mit irgendwelchem Dings-Zeugs einzudecken. Was für eine schreckliche Vorstellung. Zum Glück sind die Grossverteiler so lieb und tun das nicht. Der Länderpark hatte am Pfingstmontag offen. Dass das nötig war, sah man bereits um 10.00 Uhr morgens, als sich die Schleusen öffneten. Menschen strömten zu Fuss und in ihren Autos zum Einkaufszentrum, um ihre leeren Vorratskammern füllen zu können. Wahrscheinlich gab es unter den Kunden bereits etliche, die unter einem Zuckersturz litten, weil ihnen die Nahrungsmittel ausgegangen waren. Auf jeden Fall war das Center innert Minuten voll mit Menschen. Wie haben wir das nur in den 80er-Jahren überlebt? Wenn es blöd lief, konnte man vom 24. ab 16.00 Uhr bis am 28. Dezember um 8.00 Uhr nichts einkaufen. Es gab keine Tankstellenshops und an den Kiosken erhielt man maximal ein Snickers und einen 5er-Mocken. Wieso, frage ich mich, haben wir überlebt?

    Ich kann mich nicht erinnern, dass meine Mutter angefangen hat, die Nahrungsmittel zu rationieren. Auch wenn dann die Läden wieder geöffnet hatten, waren diese nicht innert Minuten leergekauft. Es ging weiter, als wäre nie ein Feiertag gewesen. So habe ich das in Erinnerung. Irgendetwas muss also in den letzten 40 Jahren passiert sein. Nur was? Sind unsere Vorratskammern kleiner geworden? Passen da nur noch zwei Dosen Ravioli und ein Glas Essiggurken rein? Oder hat uns allen der Arzt verboten, mehr als 10 kg zu schleppen? Ich kann mich noch vage daran erinnern, dass mir als Kind immer ziemlich langweilig war, wenn alles zu hatte. Entweder ist es das oder man hat aufgehört zu planen. Muss man ja nicht mehr, wie man sieht. Da frage ich mich allerdings, wieso immer noch so viele Menschen mit riesigen Koffern in die Ferien reisen. Man könnte doch einfach mit einem Necessaire ins Flugzeug steigen und alles, was man braucht, vor Ort besorgen. Wahrscheinlich tut man das nicht, weil es in Kuala Lumpur kein Aromat und kein glutenfreies Biomüesli gibt. 

    Wir lernen also: Der Mensch plant nur noch, wenn er dazu gezwungen wird. Und noch viel wichtiger: Wir haben Angst, uns könnte langweilig werden. Das wäre ganz schlimm.

    Vereine Dallenwil

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    Erfasst durch Nidwaldner Blitz

    Autor

    Guido Langweiler


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