Firma
Erfasst durch Nidwaldner Blitz
Autor
Franz Niederberger
Montag bis Donnerstag
7.30 – 12.00 Uhr
13.30 – 17.00 Uhr
Freitag
7.30 – 12.00 Uhr
13.30 – 16.00 Uhr
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Weiter zur RegistrierungDas Leben und die Arbeiten auf den Alpen sind facettenreich, die Älplerinnen und Älpler sind Unternehmer, Handwerker, Tierliebhaber, naturverbunden und auch psychologisches Geschick im Umgang mit Wanderern und Bikern ist manchmal gefragt.
Bei den Besuchen auf den Alpen wird aber sofort klar, die Selbstständigkeit, der eigenen Herr und Meister zu sein, würde um kein Geld, auch wenn die Arbeitstage hart und lang sind, aufgegeben. Nicht immer herrscht eitel Sonnenschein, die Launen der Natur mit Nebel, Unwetter, Steinschlag und auch ungebetene Gäste wie Wölfe fordern die Älpler. Gewandelt haben sich auch die Beschickungen der Tiere, gab es früher die Rinderalpen und Kuhalpen, sind heute vermehrt Mutterkuhherden auf den Alpen anzutreffen, nicht immer zum Vorteil der Wanderer. Das gezielte Abgrenzen der Weide durch Zäune oder gar das Verlegen der Wanderwege sind die Massnahmen.
Wie kommt man überhaupt dazu, rund drei bis vier Monate auf einer Alp zu verbringen. Auf der Alp Laucherenalp, die Hütte liegt auf 1938 Meter, ist Christina Niederberger als gelernte Schreinerin und eidgenössisch diplomierte Bio-Landwirtin im dritten Sommer Älplerin. Seit ihrer Kindheit träumte sie davon, Älplerin zu sein, und das kam nicht von ungefähr. Ihr Vater Melk war 31 Sommer mit Leib und Seele auf Laucherenalp Älpler als Pächter des Hüttenrechts, das Schwager Hanssepp Arnold besitzt. Das Land gehört den Alpgenossen Kernalp. Für Melk und Agnes sowie die andern Familienmitglieder ist es selbstverständlich man hilft Christina, die Mutterkuhherde sowie die rund 100 Schafe zu betreuen. Die Alp, sie ist über den Arvigrat, die Kernalp oder über den Charren von Lutersee erreichbar, auch übernachten im Zelt auf Anmeldung ist möglich.
Nachfolge geregelt
Fast im Blickkontakt liegen die Hütten auf der andern Talseite, auf Bannalp, der Alp Rekholtern 1860 Meter über Meer unterhalb der Bietstöcke. Seit über 44 Jahren verbringen Annamarie und Bruno Röllin die Alpsommer auf Rekholtern und können sich fast nichts anderes vorstellen. Sie sind froh, nach der Übernahme des Betriebes Gerenmattli durch Tochter Martina und Martin Ambauen die Verantwortung auch auf der Alp abgeben zu dürfen, bei Bedarf helfen sie gerne mit. Das Alpleben ist besonders geprägt von körperlicher Anstrengung, nebst vielen andern Arbeiten müssen Zäune von der Hütte bis zur Bannalper Schonegg auf über 2300 Meter erstellt werden. Auch auf der rund 75 Hektaren grossen Alp Rekholtern ist die Mithilfe von Familienmitgliedern unabdingbar. Der Wanderweg von der Chrüzhütte bis zur Bannalper Schonegg wird viel begangen und führt durch die weitläufige Alp Rekholtern, seit 1986 wird die Alp von Mutterkuhherden genutzt. Da gab es schon Konfliktsituationen mit Wanderern, die ihre Hunde frei laufen liessen, und bei den ersten Begehungen im Frühling musste Bruno Röllin schon feststellen, dass bereit gestellte Zaunpfosten zum Grillieren verbrannt worden waren. Die vielen unvergesslichen Stunden in der laufend selbst renovierten Hütte, sie wurde 1961 erbaut, und die vielen sehr schönen Erlebnisselebnisse in der Natur möchten Annemarie und Bruno nicht missen.
Komplett anders gestaltet sich der Tagesablauf von Klaus Niederberger in der Meierhütte auf Dürrenboden, Wiesenberg. Nachdem die 30 Kühe gemolken sind, beginnt in der Alpkäserei die Herstellung des Dürrenboden-Alpkäses. Mit Holzofen wird Dampf erzeugt, womit das 400 Liter grosse Käsechessi erhitzt wird. Die Herstellung des Käses erfordert volle Konzentration: Kultur zugeben, laufend die Temperatur überwachen, Geräte gewaschen und bereitstellen. Sauberkeit und die Einhaltung der Hygienevorschriften haben oberste Priorität und werden laufend kontrolliert. Es sind Prozesse, die genau eingehalten werden müssen, Klaus Niederberger hält sie schriftlich fest. Genussfertig ist der Käse nach rund drei Monaten. Drei feste Abnehmer hat Klaus Niederberger für seinen Käse, der Rest ist Selbstvermarktung. Während rund drei Wochen stellt er Käse her, danach wird die Milch abgeliefert. Nicht nur in der Meierhütte wird Käse hergestellt, weitere Käsereien produzieren auf Dürrenboden das begehrte Produkt. Die Käseherstellung ist für Klaus Niederberger Leidenschaft und Handwerk pur, seit 1992 wird in der Meierhütte wieder Käse produziert.
Klaus kann sich voll und ganz auf den Alpbetrieb konzentrieren, die Arbeiten auf dem Betrieb in Oberdorf erledigen die Familienmitglieder. Der Alpbetrieb ist nur mit dem Einsatz aller Familienmitglieder möglich, zu den verschiedenen Arbeiten gehören Gülle ausbringen, Mist anlegen und Weiden pflegen, damit auf den prächtigen Wiesen das ideale Futter wächst. Zum Grünfutter wird den Kühen als Ausgleich auch Heu gefüttert, selbstverständlich von der Alp. Bereits packt die sechste Generation Niederberger in der Meierhütte tatkräftig an.
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