Besser fahren mit Wasser sparen
Unsere Schweiz verfügt als das Wasserschloss Europas über bedeutende Wasservorkommen. Dennoch ist es sinnvoll, Wasser zu sparen, um auf diese Weise Ressourcen, Energie und das eigene Portemonnaie zu schonen.
Der durchschnittliche Wasserverbrauch von 130 Litern pro Person und Tag verteilt sich etwa so: 36 % für Duschen, Baden und Körperpflege, 27 % für Toilettenspülung, 12 % für Wäsche waschen, 6 % für Geschirrspüler, ebenfalls 6 % fürs Putzen und Wässern von Balkon/Garten, 4 % für Essen, Trinken, Kochen und 9 % für Sonstiges.
Hinein ins Bad
Eine volle Badewanne fasst etwa 200 bis 250 Liter Wasser. Zum Vergleich: Unter der Dusche fliessen etwa 15 Liter pro Minute. Wer 10 Minuten bei laufendem Wasser duscht, füllt mit 150 Liter Wasserverbrauch noch nicht mal die Wanne. Und da geht noch mehr: Ein wassersparender Duschkopf reduziert den Wasserdurchfluss auf rund 5 Liter pro Minute und damit den Verbrauch erheblich. Wer jetzt noch die Duschzeit reduziert und während des Einseifens das Wasser abdreht, verbraucht einen Bruchteil dessen, was für ein Vollbad benötigt würde. Für einmal Baden also fünf- bis siebenmal duschen. Klingt das überzeugend? Vielleicht behält man sich ein Vollbad für besondere Momente vor und legt sich eine Regendusche oder wassersparendes Hand- und Kopfbrausenmodell zu.
Mehr noch
Im Bad schlummern noch mehr Gelegenheiten zum Wasser sparen: Beim Rasieren und während des Einseifens der Hände den Hahn zudrehen. Zum Zähneputzen einen Zahnputzbecher benutzen, statt den Mund unter laufendem Wasser auszuspülen.
«Auch Quellen und Brunnen versiegen, wenn man zu oft und zu viel aus ihnen schöpft.»
Demosthenes, griech. Redner, 384–322 v. Chr.
Auch ein Durchflussbegrenzer/Strahlregler für den Wasserhahn bringt Einsparung. Die gibt’s im Baumarkt und ersetzen für wenig Geld den vorhandenen Siebeinsatz. Beim Kauf von Spararmaturen auf die Effizienzklasse achten. Gute Sanitärprodukte haben die grüne Klasse A.
Einige WC-Spülungen haben einen eingebauten Spülstopp. Damit lässt sich die Toilettenspülung nur so lange betätigen, wie es wirklich notwendig ist. Falls nicht vorhanden, kann ein solcher Wasserstopp nachträglich in den Spülkasten eingesetzt werden.
Wasser und Waschen
Der Wasserverbrauch in der Schweiz ist zurückgegangen insbesondere wegen der immer sparsamer werdenden Wasch- und Spülmaschinen. Darum macht es Sinn, schon bei der Anschaffung neuer Geräte auf deren Strom- und Wasserverbrauch zu achten und sich idealerweise für welche mit der höchsten Effizienzklasse auf der Energieetikette zu entscheiden.
Wenn Tochter oder Sohn unbedingt und nur diese eine Hose für den Ausgang braucht, wird schnell mal gewaschen. Eine fast leere oder halbvolle Waschmaschine benötigt jedoch genauso viel Wasser wie eine volle. Daher ist es sinnvoll und effizient, sie erst einzuschalten, wenn sie wirklich voll ist. Ist sie allerdings zu voll, verschlechtert sich wiederum das Waschergebnis. Waschmaschine also befüllen, ohne die Wäsche zusammenzudrücken. Hat noch ein Hemd locker obendrauf Platz, ist die Maschine optimal gefüllt.
Moderne Waschmaschinen haben Spar- oder Öko-Programme. Sie laufen meist länger, haben aber einen geringeren Wasserverbrauch. Insgesamt sind Waschergebnis sowie Energiebilanz dieser Sparprogramme besser als die von Kurzprogrammen. Statt Vorwaschprogramme zu nutzen, ist es energieeffizienter und wassersparender, Flecken oder (stark) verschmutzte Kleider vor dem Waschen einzuweichen oder mit Gallseife vorzubehandeln.
Ab in die Küche
Im Sommer ein kühles, erfrischendes Glas Wasser aus dem Hahn? Bis das kommt, kann das in der Leitung vorgewärmte Wasser aufgefangen und zum Kochen, Putzen oder Giessen genutzt werden. Früchte und Gemüse sollten ja vor dem Verzehr immer gut gewaschen werden. Sie lassen sich ebenso gut im Spülbecken oder in einer Schüssel waschen als unter laufendem Wasser. Genau dieses Wasser kann später noch sinnvoll zum Giessen der Zimmer-, Balkon- oder Gartenpflanzen genutzt werden.
Aufgrund ihrer hohen Energieeffizienz und ihres niedrigen Wasserverbrauchs sparen heutige Geräte gegenüber dem Geschirrspülen von Hand viel Wasser. Moderne Geschirrspüler der Energieeffizienzklasse A verbrauchen pro Spülgang 8,5 bis 9 Liter Wasser, alte oder ineffiziente Geräte verbrauchen hingegen gut 12 Liter Wasser. Wer keine Spülmaschine hat, sollte das Geschirr im gefüllten Waschbecken anstatt unter laufendem Wasser abwaschen.
Raus in den Garten
Regenwasser in einer Regentonne aufgefangen eignet sich wunderbar zum Giessen und ist eine wertvolle Ressource. Weiter lässt sich Wasser sparen, indem das Wasser direkt im Wurzelbereich auf den Boden gegossen wird. Pflanzen besser nicht abduschen, sondern je nach ihrem Bedarf gezielt und am besten frühmorgens oder abends wässern, damit es nicht gleich wieder verdampft. Übrigens: Auch abgekühltes Kochwasser von Eiern, Kartoffeln oder Gemüse eignet sich hervorragend zum Giessen.
Die Auswahl der richtigen Begrünung trägt ebenfalls dazu bei, Wasser im Garten zu sparen. Mediterrane Pflanzen, Sukkulenten oder einheimische ans Klima der Region gewöhnte Pflanzenarten benötigen weniger Wasser.
Ein Rasensprenger verbraucht viele Liter Wasser und wässert selten gezielt. Wassersparender ist ein Tropfschlauch. Je kürzer das Gras, desto schneller trocknet der Boden aus und desto öfter muss der Rasen gewässert werden. Also ihn ruhig höher wachsen lassen. Auch Beete, die mit Holzschnitzeln oder Stroh(-wolle) abgedeckt werden, trocknen weniger schnell aus.
Ganz allgemein
Tropfende Wasserhähne reparieren, kaputte Dichtungen und undichte Stöpsel austauschen. Strahlregler (auch Luftsprudler, Mischdüse oder Perlator) montieren. Bei der Zubereitung von Pasta oder Tee nur so viel Wasser nehmen wie wirklich nötig und es in Behältern auffangen, wenn man es mal etwas länger laufen lässt. Eine sinnvolle Verwendung dafür zu einem späteren Zeitpunkt findet sich immer. Und dann gibt es ganz moderne Armaturen, die durch einfaches Umstellen sofort heisses, kaltes oder gar sprudelndes Wasser liefern.