Verein
Erfasst durch Nidwaldner Blitz
Autor
Guido Phobiker
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Freitag
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Weiter zur RegistrierungWir haben Spinnen im Haus. Bisher hat uns das nichts ausgemacht. Zumal es vornehmlich Zitterspinnen sind. Diese verkriechen sich meist in irgendwelche Ecken und fangen an zu zittern, wenn man ihnen zu nahe kommt, und ihr Aussehen erschreckt niemanden in unserer Familie.
Seit diesem Frühling haben wir eine neue Art. Eine, die selbst mir den Angstschweiss auf die Stirn treibt. Sie ist gross und hat einen sehr voluminösen Körper. Ich habe natürlich nach ihr gegoogelt und herausgefunden, dass es sich um die Nosferatu-Spinne handelt. Sie sieht nicht nur «gfürchig» aus, sie hat auch ausgeprägte Kieferklauen, mit denen sie mühelos menschliche Haut durchdringen kann. Ihr Biss schmerzt scheinbar nicht viel mehr als der einer Bremse. Das Gift ist für den Menschen unbedenklich – meistens. Das spielt aber alles keine Rolle. Bei uns wohnt niemand, der nicht sofort losschreit und davonrennt, wenn eine solche Riesenspinne auftaucht.
Und wer muss sie dann entfernen? Natürlich das starke Geschlecht. Nein, damit ist für einmal nicht die Frau im Hause gemeint, sondern ich. Ich hatte in meinem früheren Beruf mit Insekten zu tun.
Ich habe mit afrikanischen Wanderheuschrecken gearbeitet. Die sind fast doppelt so gross wie diese Nosferatu-Spinne. Die Heuschrecken habe ich bedenkenlos mit der blossen Hand herumgetragen und selbst ein leichtes Zwicken, hervorgerufen durch ihre Krallen und die grossen Mundwerkzeuge, hat mich nicht wahnsinnig beeindruckt. Aber diese Spinne treibt selbst bei mir den Schweiss auf die Stirn. Die ersten beiden Monsterviecher habe ich noch mit einem Glas und einem Stück Karton nach draussen gebracht. Jetzt mache ich das nicht mehr. Ich erschlage sie. Das gibt jeweils eine schöne Sauerei, allein schon wegen ihrer Grösse. Ich habe jetzt immer ein altes Exemplar der Coop- oder Migroszeitung in Griffnähe. Die liegen zusammengerollt nämlich gut in der Hand und sind sehr stabil. Das Resultat lässt sich auf jeden Fall sehen.
Ich weiss, dass man Insekten und Spinnen nicht töten soll, da es immer weniger davon gibt. Aber mit einem Glas kommt man nicht an alle Stellen. Und wenn ich meinen Kindern erzählen muss, dass ich die entdeckte Spinne nicht fangen konnte, dann schläft bei uns niemand mehr, bis das Viech nachweislich weg ist. Vielleicht versuche ich es das nächste Mal doch wieder mit einem Glas. Falls sie abhaut, kann ich immer noch sagen, ich hätte sie draussen freigelassen. Dann bin nur ich es, der nicht schlafen kann.
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