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Erfasst durch Nidwaldner Blitz
Autor
Guido Schönweich
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Weiter zur RegistrierungEineinhalb Jahre kratzige Badetücher. Eineinhalb Jahre Socken und Putzlappen zum Trocknen aufhängen. Eineinhalb Jahre habe ich auf den Moment gewartet, bis meine Frau so weit war und entschieden hat, jetzt kaufen wir wieder einen Tumbler.
Jetzt kann ich mich nach dem Duschen wieder in ein flauschiges Tuch einwickeln und brauche nicht mehr tausend Wäscheklammern, bis alle Fussbekleidungen an der Wäscheleine hängen. Kurz, das Leben hat sich wieder ein klein wenig verschönert. Man darf sich jetzt natürlich fragen, weshalb es so lange gedauert hat, bis der defekte Tumbler ersetzt wurde.
Da kann ich nur entgegnen, meine Kompetenzen im Bereich Haushalt reichen leider nicht so weit. Ich habe keine Entscheidungsbefugnis, die liegt gänzlich bei meiner Frau. Und wenn sie denkt, dass es im Moment wichtiger ist, dass Esswaren nicht mehr in Plastik, sondern in Glas aufbewahrt werden müssen, dann muss der Tumbler hintanstehen.
Ein schöneres und grösseres Fahrrad für die Kinder hat Vorrang. Da geht es um Sicherheit. Beim Tumbler geht es nur ums schöner Wohnen. Selbst eine Käseraffel trägt mehr zum Gesamtsystem Haushalt bei als ein Textilien-Trockner. Wie genau so eine Priorisierung abläuft, müssen Sie mich nicht fragen. Ich bin ein Mann. Ein Männerhirn ist nicht für solch komplexe Gedankensysteme erschaffen worden. Männerhirne merken nicht, dass man mit einem ungetumblerten Schleifpapier das genau gleiche Resultat erreicht wie mit einem ultraweichen Frotteetuch. Sie nehmen das ganz anders wahr. Es fühlt sich schlecht an, also ist es auch schlecht. Das Resultat interessiert das Hirn nicht.
«…Ich habe keine Entscheidungsbefugnis, die liegt gänzlich bei meiner Frau.»
Jetzt habe ich nur noch eine Frage zu den Glasbehältern: Das Resultat, nämlich das Aufbewahren übrig gebliebener Lasagne vom Mittag, wäre doch mit Plastik genau das gleiche!? Eine Käseraffel mit drehender Reibetrommel macht nicht andere Käsespäne als eine flache Raffel. Oder was genau habe ich da jetzt nicht richtig verstanden?
Wahrscheinlich ist es besser, ich sage nichts mehr. Sonst kommt der Tumbler wieder raus aus dem Haus. Es ist schlauer, wenn ich mich in mein weiches Badetuch wickle und das Leben still geniesse...
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