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Erfasst durch Nidwaldner Blitz
Autor
Christian Portmann, Präsident Gewerbe Buochs-Ennetbürgen
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Weiter zur Registrierung«Mehr über Zweifel im September» stand in der letzten Kolumne. Hier ist die neue und ich mache gleich den Anfang bei mir selbst. Hand aufs Herz: Wer hatte noch nie Zweifel? An sich selbst, an der eigenen Arbeit? Ich jedenfalls schon, öfter als mir lieb ist – als Unternehmer genauso wie als Mensch.
Zweifel wird heute zusätzlich geschürt: durch Negativschlagzeilen, durch Krisenmeldungen, durch eine gefühlte Dauerkrise. Kein Wunder, dass die Skepsis wächst. Gemäss dem Reuters Digital News Report 2026 der Universität Zürich vertrauen nur noch 42 Prozent der Schweizer Bevölkerung den Nachrichtenmedien allgemein.
Im Extremfall kippt dieses Gefühl in generelles Misstrauen – gegenüber Institutionen, der Politik, der Wirtschaft. Aber der Zweifel, der mich am meisten beschäftigt, ist ein anderer: der an mir selbst.
Meine eigene Vergleichs-Falle
Selbstzweifel kenne ich ebenfalls schon länger. Aber seit ich mit meiner Portmann Business GmbH selbständig bin, fallen sie deutlich stärker ins Gewicht. Vor allem, weil ich mich immer wieder mit anderen verglichen habe. Auf LinkedIn, an Netzwerkveranstaltungen: Da sah ich die Erfolge der anderen und stellte sie meinen vielfach im Kopf selbst konstruierten Nicht-Erfolgen gegenüber.
Dabei vergass ich einen wichtigen Gedanken, der mir sonst hilft: Wenn du lernen und weiterkommen willst, verbringe viel Zeit mit Menschen, die besser sind als du. Nur so kommst du vorwärts. Dieser Glaubenssatz macht aus dem Vergleich keinen Gegner mehr, sondern einen Antrieb.
Dazu kommt: Wir leben, vor allem digital, in einer Scheinwelt. Jede und jeder kann sich darstellen, wie sie oder er möchte. Nachgeprüft wird das selten. Wer eine Erfolgsmeldung auf LinkedIn mit dem eigenen Alltag vergleicht, vergleicht in Wahrheit Highlight-Reel mit Backstage – und verliert dabei fast zwangsläufig.
Zweifel gehört dazu
Ich habe gelernt, mit diesen Selbstzweifeln umzugehen und sie beiseite zu räumen. Und trotzdem gelingt mir das nicht immer. Auch ich gerate hin und wieder in die Selbstzweifel-Falle. Das ist menschlich und es ist gut so.
Zweifel hält unser Bewusstsein wach, er verhindert Selbstüberschätzung und blinde Flecken. Entscheidend ist nur, dass man wieder hinausfindet. Aus eigener Stärke oder mit einem Umfeld, das einen im richtigen Moment auffängt und wieder aufbaut.
Sechs Impulse, die mir persönlich helfen, wenn der Zweifel wieder anklopft:
1. Vergleichen mit Sinn.
Vergleiche dich nicht mit dem Highlight-Reel anderer, sondern mit Menschen, von denen du wirklich lernen kannst. Das macht aus Konkurrenz Inspiration.
2. Glaubenssätze prüfen.
Frage dich: Ist dieser Zweifel ein Fakt oder nur ein alter Glaubenssatz? Schon diese Unterscheidung schafft Klarheit.
3. Erfolge sichtbar machen.
Führe eine kurze Liste vergangener Erfolge, beruflich wie privat. Sie hilft, wenn der Kopf gerade nur sieht, was nicht funktioniert hat.
4. Aussprechen statt aussitzen.
Teile deine Zweifel mit einer Vertrauensperson, im Team, im Verein oder im Netzwerk. Ausgesprochene Zweifel verlieren oft ihre Grösse.
5. Ein Umfeld pflegen, das trägt.
Ob Familie, Team oder Gewerbeverein: Menschen, die dich auffangen, sind der beste Ausweg aus der Selbstzweifel-Falle.
6. Mit einem Highlight starten.
Beginne Meetings mit einer kurzen Runde: Was war dein Highlight der Woche? Das lenkt den Blick bewusst auf das, was gelingt. Bei dir und im Team, bevor der Alltag mit seinen Problemen wieder Oberhand gewinnt.
Zweifel kommen nicht in die Tüte, im Sinne von: Wir lassen uns von ihnen nicht einfach abservieren. Wir nehmen sie ernst, wir hinterfragen sie und lernen aus ihnen. Im besten Fall wird daraus ein neuer oder neu formulierter Glaubenssatz für mehr innere Stärke, die nach aussen wirkt. Und dies soll sich in deinen Alltag integrieren. Denn das unterscheidet Stillstand von Fortschritt, im Arbeits- wie im privaten Alltag.
Und falls dich die Selbstzweifel heute Abend doch noch einholen: Manchmal hilft tatsächlich eine Tüte Zweifel; die Chips-Sorte notabene, nicht die im Kopf.
Dem Gemüt einen kleinen Kick zu verpassen, ist erlaubt. Der grosse Rest bleibt trotzdem Kopfsache.
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