Firma
Erfasst durch Nidwaldner Blitz
Autor
Otmar Näpflin
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Freitag
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Weiter zur RegistrierungGetränke wie «Migi Moscht», «Beckenrieder Apfelwein», aber auch weitere Produkte sind in der Nidwaldner Gastronomie sehr bekannt. Und wenn’s um frischen unvergorenen Saft oder auch leicht alkoholhaltiges Getränk geht, bürgt die Getränke Lussi AG für Qualität. Über die Herstellung von «suirem Moscht» oder Apfelwein kam der Nidwaldner Blitz mit der Geschäftsführerin der Getränke Lussi AG Alexandra Lussi ins Gespräch.
Alexandra Lussi, wann beginnt die «Moscht-Saison» bei der Getränke Lussi AG und wie lange dauert sie?
Dieses Jahr begannen wir gut drei Wochen früher als normal, was dem Wetter geschuldet ist, da das Obst teilweise bereits reif war. Momentan erfolgt die Mostobstanlieferung spärlicher als auch schon und in kleinen Mengen, sie bleibt unter unseren Erwartungen. Wir denken aber, dass die grosse Menge noch zur gewohnten Zeit kommen wird. Zudem gingen im Juni in verschiedenen Gemeinden starke Gewitter mit Hagelschlag nieder, die auch Obstkulturen mit Apfel- und Birnbäumen arg in Mitleidenschaft zogen.
Wie ist die Vorgehensweise bei der Obstannahme, wann wird gemostet und wie werden die weiteren Arbeitsabläufe koordiniert?
Nachdem das Netto-Gewicht eruiert ist, wird das Obst je nach Qualität dem entsprechenden Silo zugewiesen. Sobald genügend Obst im Silo ist, wird die Obstpresse gestartet. Der frische Apfelsaft wird in grosse Chromstahltanks geleitet und vergoren für den «Migi Moscht» oder für «Frisch ab Presse». Der anfallende Trester wird je nach Sorte weiterverwendet: Birnentrester für Schnaps, Apfeltrester mehrheitlich für die Tierfutterverwertung in der Landwirtschaft.
Wie viele Produzenten liefern welches Quantum? Reicht diese Menge oder ist ein Zukauf von Obst nötig?
Unser Einzugsgebiet umfasst den Kanton Nidwalden und seit drei Jahren verwerten wir das anfallende Obst auch teils aus Obwalden. Dies allein reicht natürlich nicht, um unseren Bedarf an Saft zu decken, sodass wir auch aus dem Luzernischen zukaufen müssen.
Wie ist der Begriff Mostäpfel und Mostbirnen zu verstehen, ist dies Qualitätsobst und gehört Fallobst auch dazu?
Es gibt die Begriffe Tafel- und Mostobst, welche mit der Qualität der Frucht nichts zu tun haben. Der Unterschied liegt in der Sorte. Beispielsweise bei Birnen, wer kennt die Wasserbirne oder Gelbmöstler, dies sind ausgesprochene Mostbirnen oder auch Surgrauech-Apfel, welcher einen grossen Anteil Säure mit sich bringt. Beim Tafelobst ist der Säureanteil eher geringer, da steht die Süsse im Vordergrund. Der Begriff Fallobst hat zu tun mit dem heruntergefallenen reifen Obst während der Saison.
Was passiert mit der Ware, die nicht verarbeitet werden kann?
Mostobst, welches nicht unseren Qualitätsvorstellungen entspricht, weisen wir zurück. Hierfür haben wir bestens ausgebildete Moster, welche die Obstlieferungen genauestens kontrollieren. Wir sensibilisieren unsere Obstlieferanten auch jedes Jahr vor der Ernte bezüglich unserer Qualitätsvorgaben.
Ist Moscht vom Fass immer noch ein gefragtes Getränk?
Also der reine Fassmost hat an Bedeutung verloren, aber es gibt immer noch viele Liebhaber des ganz vergorenen nicht angesüssten Apfelweins, welcher sehr erfrischt mit seiner säuerlichen Note. Der Fassmost eignet sich auch besonders gut in der Alltagsküche anstelle von Weisswein oder für eine feine Mostsuppe wie auch Bratchäs. Der Bereich, der beim Apfelwein zulegt, ist bei uns der alkoholfreie Apfelwein «Schützengold».
Alexandra Lussi, der Nidwaldner Blitz bedankt sich herzlich für das Gespräch und wünscht weiterhin erfolgreichen Geschäftsgang.
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