Ein Winterquartier für den Igel

Erstellt: 30. September 2026
  • Ein Garten ist weit mehr als ein Ort der Erholung für uns Menschen – er kann auch Schutz und Nahrung für wildlebende Tiere bieten. Zum Beispiel für den Igel, das Tier des Jahres 2026. 

    Der Igel ist beliebt – und er ist bedroht. Denn Igel brauchen ein dichtes Netz von Unterschlupfmöglichkeiten und ein reiches Nahrungsangebot. Beides ist heute in den landwirtschaftlich genutzten Gebieten rar. Darum weicht der Igel auf das Siedlungsgebiet aus. Höchste Zeit darum, ihn in unseren Gärten willkommen zu heissen. 

    Dem Igel Gutes tun
    Je mehr Natur es da gibt, desto besser geht es dem Igel. Schon einfache Massnahmen auf kleinstem Raum können einen wertvollen Beitrag leisten. Dazu gehören Versteckmöglichkeiten, etwa eine «wildere» Ecke, in der Laub und Heckenabschnitte liegen bleiben und dem Igel Unterschlupf bieten.

    Wer dem Igel etwas Gutes tun möchte, setzt darum auf Sträucher im Garten. Hier findet er seine bevorzugte Nahrung: Käfer, Raupen, Würmer, Schnecken ... Einheimische Sträucher wie Hagebutten tragende Wildrosen, Schwarzer Holunder oder Gemeiner Schneeball eignen sich bestens. 

    Sie sind pflegeleicht, robust und gleichzeitig ökologisch wertvoll und sie kommen mit lange anhaltenden Trockenperioden zurecht. Für den Igel ist es auch wichtig, dass ihm keine Hindernisse in den Weg gelegt werden. Mauern und Absätze dürfen nicht zu hoch sein. Die sogenannte Handregel sagt, nicht höher als die gespreizte Hand einer erwachsenen Person dürfen sie sein. 

    Die Faustregel hingegen betrifft die Grösse des Durchschlupfs unter dem Zaun. So kann der Igel seine Streifzüge durch die Quartiere machen.

    Im Herbst den Winter vorbereiten
    Entscheidend, ob ein Igel sich in einem Garten wohl fühlt, sind die Herbstarbeiten im Garten. Ab Oktober nämlich bereitet er sich auf den Winterschlaf vor und baut sein Nest. Dazu braucht er Laubblätter, die er unter einer Hecke oder einer Scheiterbeige anhäuft und dann mit Moos, Gras oder Heu zu einem warmen und trockenen Nest auspolstert.

    Tragen auch Sie dazu bei, dass der Igel in unseren Dörfern seinen Lebensraum findet. Überlassen Sie ihm Laub und Äste, statt sie wegzuräumen. Spätestens im März oder April werden Sie sich freuen, wenn es im Laub raschelt und Sie den Igel schmatzen hören. Und vielleicht, wer weiss, im Juni sogar eine ganze Igelfamilie durch den Garten stolziert. 

    Für den eigenen Garten von (G)Arten-Coaches inspiriert
    Nicht nur der Igel ist auf unsere Hilfe angewiesen. Auch andere Tiere wie Vögel, Insekten, Amphibien brauchen Lebensraum. Selbst kleine Flächen im eigenen Garten leisten einen wertvollen Beitrag. Oft profitieren zahlreiche Arten von einfachen Massnahmen. 

    Ein Wildstaudenbeet etwa kann eine ästhetisch hochwertige Alternative für herkömmliche Zierpflanzenrabatten sein. Blüten und Samen der Wildblumen bieten Insekten und Vögeln einen reich gedeckten Tisch. Lässt man die Stängel über den Winter stehen, finden die Tiere leicht Unterschlupf und Schutz.

    Wer für die naturnahe Gestaltung des eigenen Gartens oder Balkons weitere Anregungen wünscht, kann sich vom Projekt (G)Artenvielfalt Innerschweiz inspirieren lassen. (G)arten-Coaches – auf Biodiversität im eigenen Garten geschulte Personen aus der Region – teilen ihr Wissen und geben Tipps, gratis und vor Ort.

    (G)Artenvielfalt Innerschweiz ist ein Projekt der Albert Koechlin Stiftung (AKS). Ziel ist, die Biodiversität im Siedlungsraum zu fördern. 2025 übernahm der bunte Stieglitz eine Botschafterrolle für mehr Biodiversität im eigenen Garten. 2026 hat der Igel diese Rolle, 2027 die Mauerbiene.

    Firmen Stans

    Firma

    Erfasst durch Nidwaldner Blitz

    Autor

    Pressedienst, Illustrationen Nadja Baltensweiler


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