20 Jahre Nidwaldner Sportforum – ein Blick zurück in die Zukunft
Eine aussergewöhnliche Erfolgsstory ist das Nidwaldner Sportforum, es bringt Menschen zusammen, stösst Entwicklungen an, inspiriert, vernetzt und bewegt. Äusserst vielseitig und facettenreich präsentierte sich auch die 20. Ausgabe des Nidwaldner Sportforums.
Zurücklehnen, in Erinnerungen schwelgen und in die Zukunft blicken, 150 Anwesende aus Sport, Politik und Wirtschaft erlebten im Höhenhotel Seeblick in Emmetten einen kurzweiligen Abend im Zeichen des Jubiläums. Sie wurden von Bildungsdirektor Armin Odermatt und Moderator Christian Graf begrüsst. Ein besonderer Willkommensgruss galt Nationalrätin Regina Durrer-Knobel und Landratspräsident Matthias Christen.
Aller Anfang war schwer
Nach der historischen Schlappe der stolzen Skination Schweiz an der WM in Bormio ging ein gewaltiger Ruck durch das Land. 2005 war das UNO-Jahr des Sports, Hauptinitiant war Altbundesrat Adolf Ogi. Er forderte eine bessere Anerkennung des Sports. Dass in diesem Jahr auch das Sportforum entstand, war Zufall. Für Nidwalden war Max Buchs, ehemaliger Leiter des damaligen Sportamts Nidwalden, der erste «Macher» eines Sportgesetzes. Ihm gelang es beim zweiten Anlauf, seinen Chef Viktor Furrer von einem Sportgesetz zu überzeugen, nachdem er erfahren hatte, dass es auch ein Hundegesetz gab. «Früher gab es Leiterrapporte, inspiriert vom Kanton Zug entstand daraus das Sportforum. Der Austausch und die Netzwerke funktionierten schon damals», so Max Buchs. Als leidenschaftlicher Vertreter des Sports hat die ehemalige Bildungsdirektorin Beatrice Jann Max Buchs in Erinnerung: «Ihm gelang es, dem Sport die nötige Akzeptanz zu verleihen.» Ein Highlight in ihrer Amtszeit war die Förderung von Begabten unter Berücksichtigung pädagogischer Aspekte. Daraus entstand die Begabtenförderung. Heute vermisst Beatrice Jann die Leidenschaft für Freiwilligenarbeit. Im Jahre 2010 trat Philipp Hartmann als Leiter der Abteilung Sport NW in die grossen Fussstapfen seines Vorgängers. Ein Leuchtstern war und ist für ihn das Sportforum, das sich über die Jahre ebenso stark weiterentwickelt hat wie die Sportförderung selbst. «Heute ist der Sport viel stärker als noch vor 20 Jahren mit verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen verknüpft und leistet damit einen wichtigen Beitrag zu übergreifenden Themen. Dadurch wurde auch das Aufgabenspektrum der Sportförderung deutlich breiter und vielfältiger.»
Für Marilen Matter, Berufs- Studien- und Laufbahnberaterin, war es grossartig zu erleben, dass die nationalen Strukturen von damals in Nidwalden umgesetzt und verwirklicht wurden und dass man nicht vor verschlossenen Türen stand. Das Wichtigste wurde erreicht, es funktioniert. Lorenz Ursprung, oberster Sportförderer des Akademischen Sportverbands Zürich ASVZ, ergänzt: «Der Sport hat einen ganz anderen Stellenwert, es wird viel mehr Sport getrieben, auch Seniorinnen und Senioren sind viel aktiver. Nidwalden ist in der Sportförderung ein Vorzeigekanton.»
Monika Wicki Hess, ehemalige Skirennfahrerin und Mentalcoach, erzählte als Präsidentin des Vereins Begabtenförderung Ski Alpin Hergiswil von der Kernaufgabe, Schule und Sport unter einen Hut zu bringen: «Das Engagement im Alter von 12 bis 16 Jahren ist gewaltig, eine grosse Portion Durchhaltewillen, Leidenschaft und Herzblut ist gefragt. Es ist wichtig, dass die jungen Menschen sehr gut begleitet werden, gefördert, aber nicht überfordert werden, in gemeinsamen Klassen entsteht zudem eine Win-Win-Situation. Von der Begabtenförderung profitierte auch Skirennfahrer Reto Schmidiger auf seinem Weg, der ihn bis in den Weltcup führte. Er erinnert sich sehr gut und sehr gern an diese Phase der Schulzeit, sie war für seine Karriere wichtig.
Einige humorvolle Anekdoten gab Hippolyt Kempf, Sportökonom beim BASPO und Olympiasieger in der Nordischen Kombination, aus seiner erfolgreichen Karriere zum Besten. Ganz klar war seine Ansicht zur Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2038. Seiner Ansicht nach ist die Schweiz bei der Durchführung von Events weltweit führend, «aber wir müssen das regionale Kämmerchendenken aufgeben, wir müssen als Schweiz, als nationale Einheit auftreten.» Die Zukunft gehört dem Nachwuchs. Als dessen Vertreter erzählten die drei Nachwuchshoffnungen Shirin Kerber, Leichtathletin, Aaron Schmitter, Kanute, und Janik Kürschner, Unihockeyspieler, wie sie Spitzensport und Ausbildung meistern und ihre hochgesteckten Ziele und Visionen verfolgen. Für Shirin Kerber und Aaron Schmitter sind die Olympischen Spiele 2032 in Australien ein Thema, für Janik Kürschner ein Platz in der Nationalmannschaft.
Der anschliessende Apéro bot allen Gelegenheit, ihr Netzwerk zu erweitern.