Piste frei, aber mit welchem Schneesportpass?

Erstellt: 28. Oktober 2026
  • Magic Pass, AlpsPass oder Schneepass Zentralschweiz: Wer regelmässig auf Ski, Snowboard oder anderweitig in Wintersportgebieten unterwegs ist, hat die Wahl zwischen vielen verschiedenen Saison- und Verbundabos. Doch welches Gebiet gehört eigentlich zu welchem Pass, wie unterscheiden sich die Preise und welche Leistungen sind jeweils inbegriffen? Zeit für einen genaueren Blick auf die drei Schneesportpässe.

    Pistenvielfalt in der Region mit dem Schneepass Zentralschweiz
    Der Schneepass Zentralschweiz ist regional ausgerichtet und vereint 15 Wintersportgebiete mit rund 600 Pistenkilometern. Zum Verbund gehören unter anderem Engelberg-Titlis, Klewenalp-Stockhütte, Melchsee-Frutt, Sörenberg, Stoos, Airolo und die Mythenregion. Gültig ist der Pass während der Wintersaison der einzelnen Gebiete.

    In der Wintersaison 2026/27 kostet der Schneepass 1’195 Franken für Erwachsene, 835 Franken für Jugendliche und 535 Franken für Kinder. Für Familien gelten vergünstigte Tarife. Zusätzlich profitieren Passinhaberinnen und -inhaber von 20 Prozent Rabatt in der Vorsaison auf Ausrüstung in ausgewählten Intersport-Fachgeschäften. In mehreren Gebieten sind ausserdem ÖV-Leistungen im Pass inbegriffen.

    Wer das Angebot auch im Sommer nutzen möchte, kann auf den Schneepass Plus zurückgreifen. Die ganzjährige Variante umfasst neben den Wintersportgebieten zusätzlich 13 Sommergebiete.

    Mit dem Magic Pass über die Landesgrenzen hinaus
    Der Magic Pass ist ein überregionaler Verbundpass und verbindet in der Saison 2026/27 über 100 Destinationen. Neben zahlreichen Skigebieten in der Schweiz sind auch Destinationen in Frankreich und Italien Teil des Angebots. Der Pass kann sowohl im Sommer als auch im Winter genutzt werden. Seit Mai 2026 ist auch die Klewenalp-Stockhütte Teil des Verbunds. Gültig ist der Magic Pass jeweils vom 1. Mai bis zum 30. April des Folgejahres.

    Beim Preis setzt der Magic Pass auf ein gestaffeltes Modell. Zum Verkaufsstart am 10. März 2026 kostete das Abo 419 Franken für Erwachsene und 282 Franken für Kinder. Danach steigt der Preis schrittweise an, bis Mitte Dezember der Endpreis von 944 Franken für Erwachsene und 419 Franken für Kinder erreicht wird.

    Zusätzlich kann der Magic Pass gegen Aufpreis um eine Bäder-Option ergänzt werden, die Zugang zu 18 Thermal- und Bergschwimmbädern bietet. In der Wintersaison 2026/27 sind zudem neu fünf Tagesfahrten mit dem öffentlichen Verkehr im Pass enthalten.

    Lokale Verankerung mit überregionalem Potenzial
    Für die Klewenalp-Stockhütte ist der Magic Pass noch Neuland. Nach der ersten Sommersaison im Verbund steht nun auch die erste Wintersaison bevor. Heinz Rutishauser, Geschäftsführer und Gastgeber der Bergbahnen Beckenried-Emmetten AG, ordnet ein, welche Ziele mit dem Beitritt verbunden waren, und zieht eine erste Bilanz zum Magic Pass.

    Die Klewenalp-Stockhütte wollte sich mit dem Magic Pass stärker als vielseitige Ganzjahresdestination positionieren und gleichzeitig neue Gästegruppen erschliessen, ohne dabei ihre Identität als familienfreundliche, gut erreichbare und naturnahe Destination in der Zentralschweiz zu verlieren. Gleichzeitig sollte der Magic Pass auch für die bisherigen Saisonabonnentinnen und -abonnenten ein attraktives Gesamtangebot darstellen. Dass der Pass grundsätzlich auf eine hohe Kundenbindung stösst, zeigt sich an einer Wiederkaufsrate von rund 95 Prozent.

    Ein Sommer mit ersten Erkenntnissen
    Heinz Rutishauser blickt positiv auf die erste Sommersaison mit dem Magic Pass zurück. Besonders erfreulich sei aus seiner Sicht, dass die Klewenalp-Stockhütte innerhalb der Magic-Pass-Community auch von Gästen wahrgenommen werde, die das Gebiet bisher kaum oder gar nicht kannten. Trotz der überregionalen Reichweite stammt der grösste Teil der Gäste weiterhin aus der näheren Umgebung. Rund 70 Prozent kommen aus Ob- und Nidwalden sowie Luzern. Potenzial sieht Rutishauser insbesondere in den Kantonen Bern und Aargau.

    Für Passinhaberinnen und -inhaber sei die Hemmschwelle für einen spontanen Ausflug tiefer. Gleichzeitig zeigt sich eine hohe Reisebereitschaft: Teilweise nehmen Magic-Pass-Gäste für einen Ausflug Anfahrtszeiten von bis zu eineinhalb Stunden in Kauf. Erste Auswertungen zeigen zudem, dass sie rund 20 Prozent mehr in der Gastronomie ausgeben.

    Auch die Besucherzahlen liefern erste Hinweise auf die Wirkung des neuen Verbunds. Von knapp 140’000 Ersteintritten zwischen Mitte Mai und Anfang Oktober entfielen gut 36 Prozent auf Magic-Pass-Gäste. Auffällig ist zudem die Verteilung über die Woche: Mit etwas mehr als 71’000 Ersteintritten an Werktagen lag die Frequenz sogar leicht über jener an den Wochenenden. Sowohl unter der Woche als auch am Wochenende haben sich die Ersteintritte gegenüber 2025 nahezu verdoppelt.

    Ein erster Schritt mit langfristiger Perspektive
    Trotz der positiven ersten Zahlen sei der Sommer auch eine Lernphase gewesen, erklärt der Geschäftsführer. Entscheidend sei, welche neuen Gäste ins Gebiet kämen, wie sie die Destination erlebten und ob daraus eine längerfristige Bindung entstehe. Eine abschliessende wirtschaftliche Bilanz lasse sich deshalb noch nicht ziehen. Vielmehr müsse die Entwicklung über mehrere Jahre sowie über die Sommer- und Wintersaison hinweg beobachtet werden.

    Für die Zukunft sieht Heinz Rutishauser im Magic Pass einen wichtigen Baustein für die Entwicklung der Klewenalp-Stockhütte. Der Verbund könne neue Märkte erschliessen, die Ganzjahresausrichtung stärken und die Reichweite der Angebote sowohl im Sommer als auch im Winter erhöhen.

    Vier Hauptgebiete und zahlreiche Pisten mit dem AlpsPass
    Als drittes Verbundabo reiht sich der Alps­Pass in den Vergleich ein. Er ist auf vier Hauptdestinationen ausgerichtet: Adelboden-Lenk, die Aletsch Arena, die Jungfrau Ski Region und Engelberg-Titlis. In diesen Gebieten kann der Pass während der Wintersaison unbegrenzt genutzt werden. Zusätzlich sind in sieben Partnerregionen jeweils drei Skitage inbegriffen.

    Für die Saison 2026/27 kostet das Abo im Vorverkauf 949 Franken für Erwachsene, 299 Franken für Jugendliche und 199 Franken für Kinder. Regulär liegen die Preise bei 1’249, 499 beziehungsweise 399 Franken. Das Saisonabo gilt grundsätzlich vom 1. November bis zum 30. April. Startet die Skisaison früher oder dauert sie länger, kann der Pass auch bereits im Oktober 2026 beziehungsweise noch im Mai 2027 verwendet werden. Wer den AlpsPass den ganzen Sommer nutzen möchte, kann neu ein Jahresabo lösen. Dieses ist vom 1. November 2026 bis zum 31. Oktober 2027 gültig und umfasst neben den Winterleistungen auch Sommerangebote in den vier Hauptdestinationen. Auch dieses Abo kann bei entsprechendem Skibetrieb bereits im Oktober verwendet werden. Im Vorverkauf kostet das Jahresabo 1’149 Franken für Erwachsene. Regulär liegt der Preis bei 1’499 Franken.

    Erste Saison mit 37’000 verkauften Pässen
    Engelberg-Titlis ist seit der Lancierung des AlpsPass in der Wintersaison 2025/26 Teil des Verbunds und kann damit bereits auf eine vollständige Wintersaison zurückblicken. Mit dem AlpsPass wollte das Konsortium ein attraktives und umfassendes Angebot für vier grosse Schweizer Wintersportgebiete schaffen. Im Zentrum stehen dabei Vielseitigkeit, zahlreiche Pistenkilometer, Schneesicherheit und lange Saisons.

    Peter Schmidli, Leiter der Geschäftsstelle des AlpsPass in Engelberg, zieht nach der ersten Saison eine positive Bilanz. Die vier gleichberechtigten Partner des Konsortiums verkauften rund 37’000 Pässe. Gleichzeitig gelang es, ein zentrales Ziel zu erreichen: Die Billetverkäufe gingen mit der Einführung des neuen Angebots nicht zurück. Darüber hinaus konnte der AlpsPass seine Position im Markt weiter stärken. Angesichts des starken Wettbewerbs im Wintersport, auch mit Destinationen im nahen Ausland, wertet der Geschäftsstellenleiter die Entwicklung als Erfolg.

    Auch bei der Zusammensetzung der Gäste zeigen sich erste Entwicklungen. Ein grosser Teil der AlpsPass-Nutzenden besteht in Engelberg-Titlis weiterhin aus Stammgästen. Gleichzeitig kommen auch Gäste aus anderen Partner- und Austauschgebieten hinzu. Besonders auffällig ist der Zuwachs im Familiensegment. Peter Schmidli führt dies unter anderem auf die tiefen Preise für Kinder und Jugendliche zurück. Zusätzliche Nachfrage zeigt sich ausserdem aus Städten und Ballungsräumen.

    Viel Abstimmung hinter einem gemeinsamen Pass
    Neben den Entwicklungen bei den Gästezahlen brachte die Lancierung des Alps­Pass für die vier Partner zunächst einige organisatorische Herausforderungen mit sich. Abläufe, Zuständigkeiten und Absprachen zwischen den Destinationen mussten sich erst einspielen. Hinzu kam die technische Komplexität: Damit der AlpsPass in den verschiedenen Gebieten funktioniert, waren enge Abstimmungen mit mehreren IT-Anbietern notwendig. Während der Wintersaison habe das System schliesslich zuverlässig funktioniert, was Schmidli als besonders erfreulich bezeichnet.

    Wachstum mit Fokus auf Qualität
    Mit Blick auf die Wintersaison 2026/27 zeigt sich Peter Schmidli zuversichtlich. Der Vorverkauf sei gut angelaufen. Ziel sei es, den AlpsPass schrittweise weiterzuentwickeln, ohne dabei den Qualitätsanspruch aus den Augen zu verlieren. Dass der Pass im Markt wahrgenommen und diskutiert werde, sei ein positives Signal. Auch weitere Skigebiete hätten Interesse an einer Zusammenarbeit gezeigt.

    Mit Scuol Motta Naluns und Montafon Wild Pass sind für die Saison 2026/27 zwei neue Partnergebiete hinzugekommen. Bereits Teil des Angebots sind Arosa Lenzerheide, Laax Mountains, Davos Klosters, 4 Vallées und Portes du Soleil.

    Auch im neuen Jahresabo sieht der Geschäftsstellenleiter Potenzial. Es richtet sich an Gäste, die die Berge ganzjährig für Aktivitäten wie Wandern, Biken oder Ausflüge nutzen möchten. Besonders für Familien sowie Personen aus Ballungsräumen wie Bern oder Zürich könnte dieses Angebot interessant sein.

    Bereit für die ersten Schwünge auf der Piste
    Schneepass Zentralschweiz, Magic Pass und AlpsPass setzen unterschiedliche Schwerpunkte, bieten aber alle den Zugang zu mehreren Schneesportgebieten. Welches Angebot am besten passt, hängt von den eigenen Bedürfnissen, den bevorzugten Regionen und der gewünschten Nutzung im Sommer und Winter ab. Klar ist jedoch: Schneesportfans in der Zentralschweiz haben vielfältige Möglichkeiten.

    Gemeinde Stans

    Gemeinde

    Erfasst durch Nidwaldner Blitz

    Autor

    Amira Eicher


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