Leuchtende Räben lassen Kinderaugen strahlen

Erstellt: 04. November 2026
  • Darauf freuen sich aktuell schon viele Kinder und Familien und einige haben sich in den letzten Tagen bereits fleissig darauf vorbereitet: die Räbeliechtli-Umzüge! Wenn in der frühen Dunkelheit die fantasievoll geschnitzten Räben von den Kindern stolz durch die Strassen getragen werden, markiert dies den Übergang vom Herbst zum Winter und alle wissen: Die dunkle Jahreszeit hat begonnen, die Adventszeit ist nicht mehr weit.

    Die Räbenlichter-Umzüge wurden sogar in die «Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz» aufgenommen. Diese Liste enthält 228 repräsentative Elemente des immateriellen Kulturerbes aus allen Landesteilen. Sie wurde nach dem UNESCO-Beitritt der Schweiz erstellt. «Lebendige Traditionen sind unser immaterielles Kulturerbe», heisst es auf der Website www.lebendige-traditionen.ch. Dieser Begriff bezeichnet Traditionen und Praktiken, die über Generationen hinweg weitergegeben werden – sie vermitteln uns ein Gefühl von Identität und Kontinuität. So auch die beliebten Umzüge.

    Zum Überliefern und Weiterführen
    Das Umherziehen mit Lichtern ist ein eher jüngerer Brauch. Was genau dieser Tradition zugrunde liegt, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Zuverlässige Beobachtungen über Lichterumzüge im Zürcher Oberland stammen aus den 1920er-Jahren. Vermutlich wurden die Räbenlichter ursprünglich einzeln und nicht in organisierten Umzügen durch die Strassen getragen. Auch dienten ausgehöhlte und mit Kerzen bestückte Räben im 19. Jahrhundert als Laternen und Kirchgängerinnen erhellten mit ihnen den Weg in den abendlichen Erntedank-Gottesdienst. Vermutlich liegt hier der Ursprung der Tradition und sie dienten dem Lehrer, der mündlichen Überlieferungen nach um 1860 seine Schüler erstmals zu einem Umzug gruppierte, als Vorbild. Räben waren zudem ein Grundnahrungsmittel und so liegt es nahe, dass es ausreichend davon gab und man sie für einen anderen Zweck nutzen konnte.

    Zum Mitgehen oder Zuschauen
    Heute sind die Räbenlichter-Umzüge in vielen Kantonen der Schweiz bekannt und zur Tradition geworden. Hochburg ist der Kanton Zürich mit der Räbechilbi Richterswil. Dort werden jedes Jahr rund 25 Tonnen Herbstrüben für den Umzug, der grosse Wagenaufbauten aus geschnitzten Rüben präsentiert, sowie für die Dorfdekoration, angebaut. Doch auch ohne Umzugswagen übt der Lichterumzug einen ganz besonderen Reiz aus. In Nidwalden kann man seine Räbe an folgenden Terminen durch diese Dörfer tragen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit): 5.11.2026 Buochs, 5.11.2026 Ennetbürgen, 8.11.2026 Ennetmoos, 11.11.2026 Dallenwil, 13.11.2026 Stans und am 16.11.2026 Hergiswil. 

    Zum Staunen und Geniessen
    Am Beispiel von Buochs zeigt sich, dass häufig der organisierende Verein oder Institution zusätzlich ein Rahmenprogramm rund um den Umzug plant: So startet in Buochs der Anlass am heutigen Donnerstag um 18 Uhr in der Pfarrkirche St. Martin mit einer kurzen Feier, umrahmt von Musik. Der Umzug selber wird von erwachsenen Trychlern und Fackelträgern der 5. Klasse bis zur 3. ORS begleitet. Seinen Abschluss findet er im Dorfleuteried bei Wienerli, Punsch, Kaffee und Kuchen für alle kleinen und grossen Teilnehmenden und Besuchenden. Alle Infos unter www.frauengemeinschaft-buochs.ch unter «Familiäsach».

    Zum einfacheren Schnitzen
    Ein paar kleine Kniffe helfen beim Schnitzen der Räben. So kann man zum Beispiel mit Guetzliformen die Kontur in die Aussenhaut drücken und hat so eine gute Vorlage zum Abtragen der äusseren Schale. Wichtig: Erst die Schnitzereien vornehmen, danach die Räbe aushöhlen. Leuchten die Motive schön, wenn man die Räbe gegen das Licht hält? Dann ist ausreichend abgetragen. Den oberen Rand etwas dicker stehen lassen – dies sorgt für mehr Stabilität beim Anbringen der Trage-Schnüre. Die fertige Laterne ins Wasser legen, um sie frischzuhalten und vor dem Schrumpfen zu bewahren. Statt echter Teelichter nimmt man mittlerweile auch gerne elektrische. Fans echter Kerzen sollten darauf achten, dass keine Motive zu tief geschnitzt werden, da sonst Löcher entstehen, durch die der Wind das Licht löschen könnte. Ebenfalls sollte man bei echten Teelichtern darauf achten, dass der Deckel nicht zu tief angebracht wird, da die Kerze Sauerstoff benötigt. 

    Gemeinde Stans

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    Erfasst durch Nidwaldner Blitz

    Autor

    Sonja Press


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