Gemeinde
Erfasst durch Nidwaldner Blitz
Autor
Christian Portmann, Präsident Gewerbe Buochs-Ennetbürgen
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Freitag
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Weiter zur RegistrierungKennst du das? Du hast ein Problem und suchst nach einer Lösung. Du überlegst, diskutierst, googelst, fragst die KI. Und irgendwann hast du eine Idee. Vielleicht sogar eine gute. Aber hast du dir schon einmal überlegt, ob du überhaupt die richtige Frage gestellt hast?
Ich lese gerade das neue Buch «Umdenken» von Krogerus & Tschäppeler. Es hat mich ziemlich gepackt, wie alle anderen Publikationen von den beiden Schweizer Autoren. Nicht, weil darin plötzlich alle Probleme verschwinden. Sondern weil es mich daran erinnert, wie viel möglich wird, wenn wir bereit sind, anders zu denken. Und zwar nicht nur neu, sondern bewusst anders.
Nicht nur die Antwort ändern, sondern auch die Frage
Wir sind Gewohnheitstiere. Wir machen Dinge so, wie wir sie immer gemacht haben. Das gibt Sicherheit und spart Zeit. Manchmal stehen wir uns damit aber auch selbst im Weg. Denn wenn wir immer dieselben Fragen stellen, landen wir oft bei ähnlichen Antworten.
Eine Methode, die ich besonders spannend finde, ist die Kopfstandmethode. Dabei drehen wir eine Frage bewusst ins Gegenteil. Statt zu überlegen, wie etwas gelingt, fragen wir uns, wie wir das genaue Gegenteil erreichen würden.
Stell dir vor, du möchtest mehr Aufträge gewinnen. Frag dich zuerst: Was müsste ich tun, damit ich morgen garantiert alle Kunden verliere?
Nun darfst du kreativ destruktiv sein: unhöflich auftreten, E-Mails ignorieren, Preise willkürlich erhöhen oder die Website abschalten. Je absurder, desto besser!
Im zweiten Schritt drehst du die Antworten ins Positive: freundlich kommunizieren, rasch antworten, Preise transparent gestalten und den eigenen Auftritt pflegen. Schon hast du konkrete Ansatzpunkte für deinen Erfolg.
Das Spannende daran: Manchmal entdeckst du dabei Dinge, die in deinem Unternehmen tatsächlich passieren, vielleicht ohne dass du es bisher bemerkt hast. Und genau deshalb funktioniert die Methode: Sie löst Denkblockaden, macht Spass und deckt blinde Flecken auf.
Drei kleine Impulse für deinen Alltag
1. Lerne falschzuliegen
Wir alle haben unsere Überzeugungen. Das Problem beginnt dort, wo wir sie nicht mehr hinterfragen. Was wäre, wenn du heute einmal bewusst nach Argumenten suchst, die NICHT deiner eigenen Meinung entsprechen? Nicht, um recht zu behalten, sondern um etwas dazuzulernen. Vielleicht liegst du falsch. Na und? Genau dort kann etwas Neues beginnen.
2. Frag Menschen statt nur Maschinen
Ich nutze digitale Werkzeuge gerne. Auch die Künstliche Intelligenz kann inspirieren und Denkanstösse liefern. Aber sie ersetzt nicht das Gespräch mit einem Menschen. Frag deine Mitarbeitenden, was sie anders machen würden. Hör deinen Kundinnen und Kunden zu. Sprich mit jemandem, der eine ganz andere Sicht auf die Dinge hat. Und dann: Hör wirklich hin, statt bereits deine Antwort zu formulieren.
3. Nimm dir Zeit für das Ungewohnte
Im hektischen Alltag müssen Entscheidungen schnell fallen. Umso wichtiger ist es, sich ab und zu bewusst Zeit zu nehmen. Schau genau hin. Hör genau zu. Stell eine Frage mehr. Was übersehen wir gerade? Was haben wir noch nie ausprobiert? Was wäre möglich, wenn wir nicht sofort sagen würden: «Das geht bei uns nicht!»
Aus Umdenken wird Weiterkommen
Ob im Unternehmen, im Verein oder zu Hause: Überall begegnen wir Herausforderungen. Vielleicht braucht es ein neues Produkt, eine andere Dienstleistung, ein frisches Ziel oder einfach eine bessere Zusammenarbeit.
Oft suchen wir die Lösung innerhalb unseres gewohnten Denkrahmens. Umdenken lädt uns ein, diesen Rahmen zu verlassen. Dafür brauchen wir keine bahnbrechende Erfindung und auch kein riesiges Budget. Manchmal genügt ein Perspektivenwechsel, ein ehrliches Gespräch oder der Mut, eine bisherige Überzeugung loszulassen.
Für mich ist das die eigentliche Stärke des Umdenkens: Es geht nicht darum, alles Bisherige schlechtzureden. Es geht darum, offen zu bleiben für das, was wir noch nicht sehen. Und Freude daran zu entwickeln, wenn wir feststellen, dass es auch anders geht.
Vielleicht probierst du es diese Woche gleich aus. Nimm ein Problem, das dich schon länger beschäftigt, und stell die Frage auf den Kopf. Was müsstest du tun, damit es garantiert nicht gelöst wird?
Und welche Erkenntnisse stecken in deinen Antworten?
Denn wer immer nur das Bekannte sucht, wird kaum das Unbekannte entdecken.
Und jetzt mal ehrlich: Welche Frage solltest du in deinem Alltag einmal auf den Kopf stellen?
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