Man kann nicht nicht kommunizieren

Erstellt: 22. April 2026
  • Und wissen Sie was, geschätzte Leserinnen und Leser? Genau das ist das Problem. Oder die Chance. 
    Heute schreibe ich zu einem Thema,
    das mir persönlich sehr wichtig ist: über die bewusste und unbewusste Kommunikation.

    Hand aufs Herz: Wann haben Sie heute zum ersten Mal kommuniziert? Beim ersten Kaffee? Beim Blick aufs Handy? Oder vielleicht schon davor – mit einem leicht genervten Seufzer, weil der Wecker wieder einmal zu früh geklingelt hat?

    Die unbequeme Wahrheit, oder sagen wir doch einfach die spannende Erkenntnis, stammt vom bekannten Kommunikationsforscher Paul Watzlawick: «Man kann nicht nicht kommunizieren.»
    Das bedeutet nichts anderes, als dass wir immer senden, ob wir wollen oder nicht. Kommunikation beginnt nicht beim Sprechen.

    Für Unternehmerinnen und Unternehmer heisst das: Ihr Unternehmen und Ihre Kultur kommuniziert. Auch dann, wenn Sie gerade nichts sagen.

    Die Art, wie im Team miteinander gesprochen wird. Wie Entscheidungen gefällt werden. Wie mit Fehlern umgegangen wird. All das sendet interne und externe Signale. Und das immer, permanent, unaufhörlich.

    Für Konsumenten gilt genau dasselbe: Sie kommunizieren mit Ihrer Kaufentscheidung, Ihrer Haltung, Ihrer Reaktion. Oder eben mit dem Nicht-Reagieren.

    Das Eisbergmodell: 
    20% sichtbar, 80% entscheidend

    Sigmund Freud hat mit seiner Theorie der Psyche die Grundlage gelegt für das bekannte Eisbergmodell. Es zeigt eindrücklich, dass nur etwa 20% unserer Kommunikation sichtbar ist. Sie äussert sich in Worten, Fakten oder Argumenten.

    Die anderen, rund 80% liegen unter der Oberfläche. Sie zeigen sich in Emotionen, Werten, Erfahrungen, Erwartungen. Auch als nonverbale Kommunikation bekannt.

    Wir sprechen vielleicht über ein Angebot mit dem Verkaufspersonal. Aber wir entscheiden aufgrund eines Gefühls, auch als «Bauchgefühl» bekannt, weil es mit dem limbischen System verknüpft ist. Geschultes Verkaufspersonal erkennt solche Signale und weiss sie einzuordnen.

    Oder wussten Sie, dass über 60-70% der Kaufentscheide am Verkaufspunkt selbst getroffen werden? Achten Sie sich mal beim nächsten Einkauf.

    Was bedeutet das Eisbergmodell für Unternehmen?
    Sie können die beste Kommunikationsstrategie entwickeln, aber wenn die Kultur nicht stimmt, wird sie nicht getragen. Hier wird Kommunikation zur Führungsaufgabe. Denn entscheidend ist nicht nur, was gesagt wird, sondern wie und vor allem was ankommt.

    Ein Klassiker aus dem Alltag:
    Chef sagt: «Das ist noch nicht optimal.»
    Mitarbeitende hören: «Das war schlecht, alles zurück auf Anfang.»

    Oder im privaten Kontext:
    Partner sagt: «Mach gerne wie du willst.»
    Und alle wissen: Das ist eine Falle...

    Kommunikation begleitet uns durch den Alltag, bedeutet Empfangen und Senden.

    Hier ein paar simple Kommunikationsimpulse:
    1. Bewusstheit schaffen
    Fragen Sie sich öfter: Was sende ich gerade, bewusst oder unbewusst? Und was kommt beim Empfänger an?

    2. Zwischen den Zeilen hören und lesen
    Gerade im Gespräch mit Mitarbeitenden oder Kundschaft lohnt sich ein zweiter Blick: Was steckt hinter der Aussage? 
    Achten Sie auf Tonalität, Wortwahl und die Haltung, auch bei sich selbst.

    3. Haltung klären
    Kommunikation ist immer Ausdruck der eigenen Haltung. Wer Wertschätzung lebt, muss sie nicht erklären, sie wird spürbar.

    4. Kultur vor Strategie
    Eine gesunde Unternehmenskultur ist kein «Nice-to-have», sondern die Grundlage jeder glaubwürdigen Kommunikation.

    Was lernen wir daraus? Kommunikation ist kein «Tool», sondern sie ist Realität.
    Ob Unternehmer:innen oder Konsumenten, wir sind alle Teil eines permanenten Austauschs. Die Frage ist also nicht, ob wir kommunizieren, sondern wie bewusst wir es tun.

    Zum Schluss noch ein kleiner Augenzwinker: Selbst Schweigen ist eine klare Botschaft, manchmal sogar die Lauteste im Raum.

    Firmen Buochs

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    Erfasst durch Nidwaldner Blitz

    Autor

    Christian Portmann, Präsident Gewerbe Buochs-Ennetbürgen


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